Dr. Lamia Varnai über eingespielte Teamarbeit, ganzheitliche Zahnmedizin und warum CGM Z1.PRO den Rücken freihält
Hauszahnarzt. Dieser Begriff fällt heute nur noch selten. Im Gespräch mit Dr. Lamia Varnai wird schnell deutlich, dass es ihre Vorstellung von moderner Zahnmedizin erstaunlich gut beschreibt. Die Praxis wurde 1988 von ihrem Ehemann Dr. Mathias Varnai gegründet. Seit 2007 arbeiten die beiden Seite an Seite. „Ich würde es wirklich Hauszahnarzt nennen“, sagt sie. Gemeint ist eine Praxis, die Menschen über viele Jahre begleitet, Familien kennt und Vertrauen wachsen lässt. Dass dafür heute auch moderne digitale Prozesse notwendig sind, ist für sie selbstverständlich. Denn Technik soll vor allem eines ermöglichen: mehr Zeit für die Menschen.
„Ich würde es wirklich Hauszahnarzt nennen.“
Genau dieser Gedanke zeigt sich auch in ihrem Behandlungsansatz. Wer die Praxis betritt, spürt schnell, dass hier vieles anders läuft als in einer anonymen Großpraxis. Viele Mitarbeiterinnen haben hier ihre Ausbildung absolviert, sind nach einer Familienpause zurückgekehrt oder arbeiten seit vielen Jahren im Team. Viele Familien kommen seit Generationen in die Praxis.
„Die Menschen schenken uns ihr Vertrauen – oft über viele Jahre.“ Dieses Vertrauen prägt den gesamten Praxisalltag. Die Mitarbeiterinnen kennen viele Familien persönlich, Patienten wissen, dass sie auf vertraute Ansprechpartner treffen, und auch schwierige Entscheidungen werden gemeinsam getragen.
Die Zusammenarbeit mit ihrem Mann funktioniert nach einem klaren Prinzip: Jeder kennt seine Stärken. Während Dr. Mathias Varnai sich stärker um organisatorische und administrative Themen kümmert, übernimmt sie unter anderem die Teamführung. Grundsätzliche Entscheidungen treffen beide gemeinsam.
Diese eingespielten Strukturen erleichtern den Praxisalltag – nicht nur für das Ehepaar, sondern für das gesamte Team. Patienten profitieren zusätzlich davon, dass bei schwierigen Fragestellungen jederzeit eine zweite fachliche Meinung direkt in der Praxis verfügbar ist.
Für Dr. Varnai beginnt gute Zahnmedizin deshalb nicht erst am Behandlungsstuhl. Sie entsteht im Zusammenspiel des gesamten Teams. Anmeldung, Assistenz, Prophylaxe, Labor und Zahnärzte greifen dabei wie Zahnräder ineinander. Viele Abläufe funktionieren fast selbstverständlich, weil jeder weiß, was der andere braucht.
Gerade die Aufgaben der ZFA haben sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Sie organisieren Termine, koordinieren Behandlungen, behalten den Überblick über Abläufe und sind häufig die ersten Ansprechpartnerinnen für die Patienten. „Ohne ein gutes Team könnten wir unseren Anspruch gar nicht umsetzen“, sagt Dr. Varnai. „Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass sich Patienten gut aufgehoben fühlen.“
Zahnmedizin bedeutet heute mehr als nur Zähne
Für Dr. Varnai steckt dahinter ein Gedanke, der heute wieder an Bedeutung gewinnt: der Hauszahnarzt. Eine Praxis, die ihre Patienten über viele Jahre begleitet, ihre Krankengeschichte kennt und den Menschen als Ganzes betrachtet.
Vorerkrankungen, Medikamente, Stress, Ernährung oder die persönliche Lebenssituation fließen selbstverständlich in die Behandlung ein. Auch Zusammenhänge zwischen Mundgesundheit und Allgemeinerkrankungen spielen eine immer größere Rolle.
Dennoch sieht Dr. Varnai noch Entwicklungspotenzial. „Ich glaube, dass die Zahnmedizin diesen ganzheitlichen Blick heute stärker lebt als viele andere Fachrichtungen. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die Mundgesundheit in der allgemeinen Medizin noch stärker berücksichtigt wird.“
Für sie beginnt eine gute Behandlung deshalb mit einem ausführlichen Gespräch. Der Anamnesebogen ist nur der Ausgangspunkt. Entscheidend sei das persönliche Gespräch mit dem Patienten.
Beratung braucht Zeit
Patienten kommen heute häufig gut informiert in die Praxis – manchmal allerdings auch mit unrealistischen Vorstellungen, die sie aus den sozialen Medien oder dem Internet mitbringen. „Viele bringen Bilder mit und wünschen sich genau dieses Ergebnis. Dann muss man gemeinsam besprechen, was tatsächlich möglich ist.“
Dafür braucht es Zeit. Zeit zum Zuhören, Nachfragen und Erklären.
Dr. Varnai möchte ihre Patienten nicht mit allen theoretischen Möglichkeiten überfordern, sondern gemeinsam eine Lösung finden, die zu ihrer persönlichen Situation passt. „Es muss zur Lebenssituation des Patienten passen.“ Dieses Verständnis gilt unabhängig davon, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist. Entscheidend ist nicht die Versicherungsart, sondern der Mensch.
So fragte eine Patientin nach einem Termin die Mitarbeiterin sogar, ob Dr. Varnai wisse, dass sie keine Privatpatientin sei. Offenbar hatte sie nicht erwartet, dass sich eine Zahnärztin so viel Zeit nimmt.
Wenn die Organisation den Rücken freihält
Zeit entsteht allerdings nicht von allein. Sie muss im Praxisalltag erarbeitet werden. Genau hier spielt für Dr. Varnai die Digitalisierung ihre größte Stärke aus.
Der Wechsel zu CGM Z1.PRO hatte zunächst einen ganz praktischen Hintergrund. Sie wollte auch von zu Hause auf Patientendaten zugreifen, Notizen ergänzen oder Behandlungen vorbereiten können. Gleichzeitig entschied sich die Praxis für die digitale Karteikarte und stattete alle Behandlungszimmer mit PCs aus.
„Das war für mich persönlich die größte Umstellung – von der Papierkarteikarte zur digitalen Dokumentation.“ Heute möchte sie darauf nicht mehr verzichten.
Notizen für den nächsten Termin, Dokumentationen, Wiedervorlagen oder Hinweise für Kollegen stehen sofort zur Verfügung. Übernimmt ihr Mann eine Behandlung, sind alle relevanten Informationen unmittelbar sichtbar. Auch das Team an der Rezeption weiß jederzeit, welche Behandlungsschritte geplant sind und wie Termine sinnvoll koordiniert werden können.
„Ich muss vieles nicht mehr im Kopf behalten. Das System unterstützt unsere Abläufe.“ Auch Warnhinweise zu Medikamenten, individuelle Patienteninformationen oder vorbereitete Textbausteine beschleunigen die tägliche Arbeit. „Ich schreibe die ersten Buchstaben und der passende Eintrag erscheint. Das spart enorm viel Zeit.“
Von diesen Strukturen profitieren nicht nur die Behandler. Auch für die ZFA bedeutet die digitale Organisation mehr Sicherheit im Alltag. Informationen gehen nicht verloren, Aufgaben sind nachvollziehbar dokumentiert und jeder kann sich schnell orientieren. Gerade wenn mehrere Behandler gemeinsam arbeiten oder Patienten zwischen Behandlungszimmer und Anmeldung wechseln, entstehen deutlich weniger Rückfragen.
Digitalisierung, die im Hintergrund arbeitet
Für Dr. Varnai zeigt sich eine gute Praxissoftware vor allem daran, dass sie im Hintergrund arbeitet, ohne dass es auffällt. Patienten bemerken nicht jedes einzelne digitale Werkzeug. Sie erleben aber, dass Termine reibungslos organisiert sind, Informationen verfügbar sind und das Team sicher zusammenarbeitet. „Ich glaube, Patienten merken einfach, dass die Abläufe funktionieren.“ Gerade dadurch entsteht Ruhe und mehr Zeit für Gespräche.
Auch die Möglichkeit, einzelne Aufgaben im Homeoffice zu erledigen, empfindet das Team als Gewinn. Gleichzeitig schätzt Dr. Varnai, dass Software, Telematikinfrastruktur und Support gut aufeinander abgestimmt sind. „Wenn ich Unterstützung brauche, bekomme ich sie.“
Technik unterstützt – Menschen behandeln
Trotz aller Digitalisierung bleibt für Dr. Varnai eines unverändert. „Wir sind eine Praxis für Menschen.“ Moderne Technik, neue Materialien und digitale Prozesse gehören selbstverständlich dazu. Entscheidend sei aber immer der persönliche Kontakt.
Für die Zukunft wünscht sie sich deshalb vor allem Kontinuität: das Vertrauen ihrer Patienten, ein engagiertes Team und die Bereitschaft, sich fachlich ständig weiterzuentwickeln.
Und was rät sie Kolleginnen und Kollegen, die über eine neue Praxissoftware nachdenken? „Schauen Sie sich die Software in Ruhe an, probieren Sie sie aus und überlegen Sie, was Ihre Praxis wirklich braucht. Eine gute Praxissoftware nimmt einem die Bürokratie ab, sodass mehr Zeit für die Patienten bleibt.“