Wirksame Digitalisierung ist kein Zufall, sie ist das Ergebnis klarer Strategien, konsequenter Entwicklung und eines tiefen Verständnisses für den Versorgungsalltag. Genau dafür steht CGM. Lösungen, die sich im Alltag bewähren und Zukunftssicherheit schaffen. Welche Rolle mobile Technologien dabei spielen, wie sich Investitionen konkret auszahlen und worauf es jetzt ankommt, erklärt Torsten Heydemann, Product Owner CGM REHA, im Gespräch.
Frage: Torsten, wenn jede Minute zählt und Therapien eng getaktet sind: Was verändert sich konkret im Alltag, wenn Dokumentation und Planung direkt am Patienten stattfinden?
"Die Nähe zum Patienten entscheidet maßgeblich über die Qualität der Versorgung. Wenn Dokumentation, Therapieplanung und Teamabstimmung dort stattfinden, wo die Behandlung erfolgt, verändert sich der Arbeitsalltag grundlegend. Behandelnde müssen den Raum nicht mehr verlassen, um nachträglich zu dokumentieren. Das spart wertvolle Zeit und minimiert Unterbrechungen.
Planänderungen oder Ausfälle von Räumen und Geräten werden in Echtzeit sichtbar. Teams können unmittelbar reagieren – ohne Telefonketten oder Zettelchaos. Besonders wichtig ist die unmittelbare Dokumentation, idealerweise per Sprache. Sie ist nicht nur schneller, sondern auch präziser, weil der Kontext noch präsent ist. Medienbrüche entfallen, ebenso wie Übertragungsfehler oder aufwendige Nacharbeit am Ende des Tages.
Dass wir bei CGM hier nachhaltig investieren, zeigt sich deutlich. Wir entwickeln mobile Lösungen konsequent inhouse, mit einem eigenen Mobile- und UX-Team, das eng mit den Fachbereichen verzahnt ist. Dazu kommt eine klare Roadmap, die den Ausbau von der heutigen Lese-Anwendung hin zu umfassenden Funktionen für Dokumentation, Terminbestätigung und Teamkommunikation vorsieht. Und nicht zuletzt denken wir Interoperabilität von Anfang an: Bestehende Anbindungen, etwa zu Caspar Health, werden nahtlos in den mobilen Kontext integriert. Unsere Lösungen wachsen nicht neben dem System, sondern mit ihm."
Frage: Welche Effekte lassen sich durch mobile, strukturierte Erfassung konkret messen? Und was unterscheidet dabei kurzfristige Trends von echter, nachhaltiger Produktentwicklung – also genau dem Ansatz, mit dem CGM durch Investitionen in Usability, Interoperabilität und Standards dauerhaft Verlässlichkeit schafft?
"Die Effekte sind deutlich messbar und vor allem nachhaltig. Auf der Effizienzseite betrachten wir beispielsweise die Dokumentationszeit pro Termin oder die Zeitspanne zwischen Behandlung und Dokumentation. Auch die Geschwindigkeit, mit der Planänderungen im Team ankommen, ist ein wichtiger Indikator.
Bei der Datenqualität sehen wir Verbesserungen in der Vollständigkeit der Angaben, geringere Fehlerquoten durch den Wegfall von Medienbrüchen und eine höhere Konsistenz der Daten über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg. Für die Abrechnungssicherheit sind Kennzahlen wie korrekt kodierte Leistungen im Erstlauf oder reduzierte Rückfragen und Nachkodierungen entscheidend.
Der Unterschied zwischen kurzfristigen Trends und nachhaltiger Entwicklung liegt im Ansatz. Wir setzen bewusst auf Usability statt auf ein Übermaß an Funktionen. Unsere Lösungen entstehen entlang realer Arbeitsabläufe und sind tief in die Bestandssoftware integriert – keine Insellösungen. Gleichzeitig sorgt ein speziell dafür ausgewähltes Team für kontinuierliche Weiterentwicklung. So bleibt der Nutzen nicht nur kurzfristig sichtbar, sondern langfristig stabil."
Frage: Viele Fachkräfte wünschen sich vor allem mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Wie tragen mobile Lösungen dazu bei? Und wie sorgt CGM mit kontinuierlicher Weiterentwicklung im Veränderungsprozess dafür, dass dieser Anspruch nicht nur ein Versprechen bleibt, sondern täglich spürbar wird?
"Mobile Arbeitsmittel geben Behandelnden genau das zurück. Zeit und Handlungssicherheit. Alle relevanten Informationen – von Diagnosen bis zu Falldaten – sind direkt im Termin verfügbar. Das erleichtert den Einstieg ins Gespräch und schafft Sicherheit.
Die Dokumentation erfolgt unmittelbar nach der Behandlung, ob per Eingabe oder Sprache. Dadurch entfällt das spätere Nacharbeiten. Auch Übergaben werden einfacher, weil Informationen ohne Medienbruch im Team verfügbar sind. Insgesamt bedeutet das weniger Suchen, weniger Doppelarbeit, weniger administrative Belastung. Der Arbeitsalltag fühlt sich wieder stärker nach Versorgung an und weniger nach Verwaltung.
Damit das nicht nur ein Versprechen bleibt, entwickeln wir unsere Lösungen kontinuierlich weiter. Ausgehend vom aktuellen Lese-Modus entsteht in Zukunft Schritt für Schritt eine interaktive Arbeitsumgebung. Durch die enge Verzahnung mit Therapieplanung und Bestandssystemen gelangen Anforderungen aus der Praxis schnell in die Anwendung. Und mit einem klaren UX-Fokus stellen wir sicher, dass sich Technologie an den Arbeitsalltag anpasst, nicht umgekehrt."
Frage: Wie profitieren Patientinnen und Patienten von mobilen Lösungen auch über die Einrichtung hinaus? Und welche Rolle spielt dabei die klare, langfristige Strategie von CGM – von Sicherheit über Interoperabilität bis hin zu Mobile First – um diesen Weg wirklich durchgängig zu gestalten?
"Für Patientinnen und Patienten bedeutet Rehabilitation oft eine intensive und manchmal auch herausfordernde Zeit. Mobile Lösungen können hier Orientierung und Sicherheit geben. Bereits beim Erstkontakt stehen alle relevanten Informationen zur Verfügung – das schafft Vertrauen und reduziert Unsicherheit.
Über Schichten und Fachbereiche hinweg greifen alle Beteiligten auf dieselben aktuellen Daten zu. Ziele, Maßnahmen und Fortschritte sind transparent und jederzeit verfügbar. Das stärkt die Kontinuität und motiviert gleichzeitig.
Wir denken dabei bewusst über die Einrichtung hinaus. Bestehende Schnittstellen, etwa zu Caspar Health, ermöglichen eine nahtlose Weiterführung in die Nachsorge. Ein nächster wichtiger Schritt ist die mobile Visitenbegleitung: Ärztinnen und Ärzte dokumentieren direkt am Bett, idealerweise per Sprache. Das beschleunigt Prozesse, entlastet Fachkräfte und sorgt dafür, dass die Patientenreise konsistent bleibt.
Unsere strategische Ausrichtung ist klar. Mobile First – mit tiefer Integration in die bestehenden Systeme. Interoperabilität ist dabei eine zentrale Leitplanke, damit Informationen sicher und verlustfrei fließen. Und mit einer nachhaltigen Produktorganisation stellen wir sicher, dass diese Entwicklung kontinuierlich voranschreitet."
Zum Abschluss: Was bedeutet „mobil“ in der Rehabilitation der Zukunft?
"Die Zukunft der Rehabilitation entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch konsequente Weiterentwicklung. Für uns bedeutet „mobil“ weit mehr als nur ortsunabhängiges Arbeiten. Es heißt genau dort zu unterstützen, wo Versorgung stattfindet.
Denn am Punkt der Versorgung entfalten digitale Lösungen ihre größte Wirkung – für Fachkräfte, für die Datenqualität und vor allem für die Patientinnen und Patienten. Mit einem klaren Fokus auf Integration, Usability und nachhaltige Entwicklung sorgen wir dafür, dass diese Wirkung nicht nur entsteht, sondern auch bleibt."