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Interview: Impfen im Betrieb – die Erfahrungen bei prevent AT work

30. Juli 2021 | Nicole Graf
Arzt impft Mitarbeiter

Unterstützung der Impfmaßnahmen vor Ort mit dem Impfmobil

prevent AT work ist ein arbeitsmedizinischer Dienst mit Hauptsitz in Wien. Charakterisierend für das Angebot von prevent AT work ist der ganzheitliche Ansatz bei der Betreuung von Unternehmen und deren Mitarbeiter:innen. Der Dienst bezeichnet sich selbst deswegen auch als Zentrum für Gesundheitsmanagement und nimmt dabei die Bereiche Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik, Arbeitspsychologie und Gesundheitsförderung besonders in den Fokus.

Wir haben mit Nicole Dreeßen, Mitglied der Geschäftsführung und federführend für Strategie, Personal und Marketing bei prevent AT work, über die Stärken einer ganzheitlichen Betreuung in der Betriebsmedizin, über Impfen und über telemedizinische Angebote in Pandemiezeiten gesprochen.

Sehr geehrte Frau Dreeßen, wie ist prevent AT work aufgebaut und welche Branchen bedienen Sie?

Zu unserem Team gehören rund 30 Mitarbeiter:innen und freie Dienstnehmer:innen mit verschiedenen Qualifikationen und Expertisen. Unternehmen finden bei uns nicht nur die klassischen Präventionsfachkräfte aus der Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Arbeitspsychologie, sondern u. a. auch Sport- und Ernährungswissenschaftler:innen, TCM-Mediziner:innen sowie Physiotherapeut:innen.

prevent AT work hat sich dabei nicht auf eine bestimmte Branche festgelegt. Im Gegenteil. Unser Kundenstamm setzt sich aus Unternehmen aus vielen verschiedenen Branchen zusammen: Industrieunternehmen, aber auch Ministerien, Bekleidungsgeschäften oder Baumärkten.

Wie viele Unternehmen (Mitarbeiter:innen?) werden aktuell von Ihnen im Rahmen des Arbeitnehmerschutzgesetzes (ASchG) unterstützt?

prevent AT work betreut über 200 Unternehmen mit ca. 40.000 MA in verschiedenen Branchen. Dabei handelt es sich größtenteils um Unternehmen, die mehr als 50 Mitarbeiter:innen beschäftigen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern in Österreich einen Anspruch auf staatliche Betreuung beim Thema Arbeitnehmerschutz haben. In der Regel werden kleinere Unternehmen deswegen nur durch einen externen arbeitsmedizinischen Dienst betreut, wenn im Unternehmen besondere Anforderungen an die Betriebsmedizin gestellt werden.

Mit welcher Strategie gehen Sie das Gesundheitsmanagement bei Ihren Kunden an?

Bei der Betreuung unserer Kundinnen und Kunden setzen wir auf ein ganzheitliches und individuelles Angebot für die Mitarbeiter:innen des jeweiligen Unternehmens. Mithilfe eines interdisziplinären Teams, bestehend nicht nur aus Präventivfachkräften, sondern auch mit Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen, ist es unser Ziel, die übergreifende medizinische Versorgung und vor allem Gesundheitsvorsorge bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern voranzubringen und sie damit arbeitsfähig zu halten. Dabei werden sowohl die Bedingungen als auch das Verhalten so genau wie möglich analysiert. So ist es beispielsweise nicht selten, dass ein gesundheitliches Leiden ganz oder teilweise auch auf eine psychische Belastung am Arbeitsplatz oder im familiären Umfeld zurückgeführt werden kann. Die klassischen Rückenschmerzen haben ihren Ursprung häufig in einer falschen Einstellung und Handhabung der Arbeitsmittel. Wir haben deshalb der Ergonomie einen sehr großen Stellenwert gegeben. Jetzt wird schon deutlich, wie wichtig es ist, dass alle Faktoren, die Einfluss auf die Mitarbeiter:innen haben könnten, identifiziert und in die Versorgung miteinbezogen werden.

Jedes Unternehmen wird dabei von uns individuell betreut, um auf die spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten der Branche oder auch des konkreten Standortes eingehen zu können. Mithilfe von Mitarbeiterbefragungen und allen vorgeschriebenen Evaluierungen machen wir die konkreten Belastungen der Mitarbeiter:innen ausfindig. Unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren wird dann eine individuelle Strategie erarbeitet und darauf aufbauend konkrete Maßnahmenempfehlungen an die Abteilung für Arbeitnehmerschutz sowie an die HR-Abteilung und nicht selten auch direkt an die Geschäftsführung des Unternehmens übergeben.

Welchen Status hat das Thema „Impfen“ in Ihrem Angebot?

Impfen gehört schon immer zum Angebot von prevent AT work. Bei weitem nicht erst seit Corona. Arbeitsplatzbezogene Impfungen gegen Grippe, FSME, Hepatitis oder die 4-Fach-Impfung gehören schon immer zu unserem Standardangebot.

Impfen Sie direkt vor Ort bei den Unternehmen? Oder haben Sie dafür einen externen Standort (z. B. eigene Praxisräume) eingerichtet?

Teils, teils. Nicht alle unsere Kundinnen und Kunden verfügen über die notwendigen Räumlichkeiten, um dort hygienisch einwandfrei Mitarbeiter:innen impfen zu können. In diesen Fällen setzen wir zur Unterstützung der Impfmaßnahmen vor Ort auf unser Impfmobil.

Wie viele Personen können schätzungsweise innerhalb eines Tages geimpft werden? Vielleicht können Sie sogar abschätzen, wie viele Personen theoretisch in einer Stunde geimpft werden könnten?

Rein theoretisch wäre es möglich, in einer Impfstraße akkordmäßig 30 Covid-19-Impfungen pro Ärztin/Arzt in der Stunde durchzuführen. Vorausgesetzt natürlich, die Organisation rund um den konkreten Impfvorgang wird vonseiten des Unternehmens gewährleistet. Dazu gehört die Impfberatung durch die Ärztin bzw. den Arzt, das Ausfüllen der Anamnese- und Aufklärungsbögen, aber auch die Beobachtung nach der Impfung. In Österreich dürfen übrigens auch Krankenpfleger:innen impfen, wenn eine Arzt:in in unmittelbarer Nähe ist.

In der Realität, um sowohl unsere eigenen Kolleginnen und Kollegen als auch der impfwilligen Belegschaft in den Unternehmen den Vorgang so stressfrei wie möglich zu gestalten, setzen wir weit weniger Impfungen an einem Tag an. Im Durchschnitt impfen wir dann rund 20 bis 30 Personen pro Stunde über einen Zeitraum von 4 Stunden pro Team an einem Tag.

Wie lange sind Sie an einem durchschnittlichen Tag mit den zugehörigen administrativen Aufgaben beschäftigt?

Für jeden Impftag, egal wie viele Patientinnen und Patienten an diesem Tag geimpft werden sollen, benötigen wir eine Vorbereitungszeit von ca. 3 Stunden.

Wie gehen Sie bei der Terminierung vor?

Die Organisation wird in der Regel durch die Unternehmen selbst durchgeführt. Dazu gehört auch die Vergabe von Terminen für die 1. und 2. Impfung. Für die Unternehmen ist es in der Regel einfacher, mit Blick auf die Dienst- und Schichtpläne die entsprechenden Termine festzusetzen. Sollten wir eine koordinierende Ansprechperson vom Unternehmen erhalten, wird die Terminierung mit dem CGM ISIS PORTAL für Vorgesetzte durchgeführt.

Haben oder werden Sie Ihr Impfangebot auf Basis der aktuellen Erfahrungen ausweiten?

Ja. Wir planen den Impfvorgang zukünftig noch weiter zu digitalisieren und damit zu vereinfachen bzw. zu beschleunigen. Jeder unserer impfenden Ärzte erhält dafür ein Tablet und dokumentiert darauf die Impfungen mit seiner elektronischen Signatur. Die Impfung kann dadurch wiederum als elektronisches Zertifikat auf der E-Card der Patient:innen hinterlegt werden. Dieses Vorgehen möchten wir dabei nicht nur für die Covid-19-Impfungen, sondern auch für alle anderen Impfmaßnahmen ab Herbst 2021 umsetzen. In Österreich verfügt jede Bürgerin und jeder Bürger über eine E-Card. Über diese Karte lassen sich unter anderem Information wie Name, Anschrift, Geburtsdatum, aber auch die Sozialversicherungsnummer der Patient:innen auslesen. Die E-Card ermöglicht dadurch eine eindeutige Zuordnung und Identifizierung einer Person.

Welchen Einfluss hat die Pandemie auf das Angebot Ihres arbeitsmedizinischen Dienstes?

Die Stärken der Telemedizin und Telepsychologie haben sich gerade während der Pandemie auch in der betriebsärztlichen Versorgung gezeigt. Auch prevent AT work hat sein Angebot dahingehend ausgeweitet. Vorgespräche oder die Besprechung von Befunden werden über die Videosprechstundenlösung CGM ELVI durchgeführt. Viele Maßnahmen zur Schulung oder Informationen, auch für das Homeoffice, bieten wir nun verstärkt zusätzlich online als Videos an. Damit die Arbeitgeber ihre nachgekommene Fürsorgepflicht dokumentieren können, auch gleich mit digitalem Unterweisungsnachweis. Damit diese Angebote für die Mitarbeiter:innen dabei nicht langweilig werden, achten wir immer darauf, dass die entscheidenden Inhalte in den Videos auf eine kurzweilige und kreative Weise transportiert werden. Schließlich ist bekannt, dass interessierte und aufmerksame Zuschauer:innen sich die vermittelten Informationen besser einprägen kann.

Wo sehen Sie auch abseits von Covid-19 weitere Einsatzgebiete der Telemedizin?

Aus gesetzlicher Sicht sind z. B. Unternehmen mit zusätzlich kleinen Standorten, die österreichweit verteilt sind, lediglich dazu verpflichtet, ihren bis zu 10 Mitarbeiter:innen alle zwei Jahre, bei Bürostandorten alle 3 Jahre, eine Betreuung im Rahmen des ASchG anzubieten. Wir sind uns jedoch sicher, dass dies für eine umfassende Versorgung und vor allem eine umfassende gesundheitliche Vorsorge zu wenig ist. Wir streben vielmehr eine regelmäßige und ganzheitliche Betreuung der Mitarbeiter:innen an. In Unternehmen mit Standorten in weiter entfernten Regionen setzen wir deswegen auch immer mehr auf ein telemedizinisches und umfassendes interdisziplinäres Online-Angebot, um Kontakt zu den Mitarbeiter:innen zu halten.

Vielen Dank für das Interview.

Neue Chancen für die Arbeitsmedizin

Gesunde Mitarbeiter:innen sind die Grundlage für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt prevent AT work hochqualitative Dienstleistungen ein. Die Erhaltung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter:innen hat höchste Priorität. Der Fokus liegt dabei klar auf interdisziplinären und ganzheitlichen Maßnahmen. Die Strategie: Mit der Expertise aller Fachdisziplinen von Arbeitsmedizin über Psychologie und Sicherheitstechnik hin zur Sport- und Ernährungswissenschaft eine passgenaue, bedarfsorientierte Kundenbetreuung ermöglichen. Bereits seit mehreren Jahren setzt das Team von prevent AT work dabei auf CGM ISIS MED. Denn die Arbeitsmedizin-Software kann individuell an die Anforderungen und Gegebenheiten der jeweiligen Unternehmen angepasst werden und unterstützt so die Arbeitsmediziner:innen bestmöglich bei ihrer Arbeit. Die Mitarbeiter:innen schätzen dabei insbesondere die digitale Patientenakte in CGM ISIS MED. Für jeden Mitarbeiter kann eine persönliche Akte angelegt werden. Dadurch sind alle wichtigen Daten der Mitarbeiter:innen jederzeit und an jedem Ort verfügbar. Gerade für den ganzheitlichen Ansatz, wie er von prevent AT work praktiziert wird, ist es unerlässlich, dass alle Informationen zu einer Mitarbeiter:in zentral hinterlegt und schnell eingesehen werden können. Denn nur so können die interdisziplinären Maßnahmen in Kombination zum Erfolg führen.

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