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Datenforschung soll deutlich ausgebaut werden

26. August 2022 | APAMED (APA-OTS)
Symbolbild Digitalisierung
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Mit dem bei der Statistik Austria angesiedelten Austrian Micro Data Center (AMDC) hat Österreich seit kurzem eine Institution, die der Forschungsgemeinschaft den Zugang zu Mikrodaten ermöglicht. Für Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) ist das "die wichtigste Reform in den letzten Jahren in dem Bereich", wie er am Rande der Alpbacher Technologiegespräche sagte. In Kürze werde ein neues einschlägiges Förderprogramm lanciert, das mit neun Millionen Euro dotiert ist.

Mit dem AMDC erhalten ausgewiesene Forschungseinrichtungen unter strengen Datenschutzauflagen erstmals Zugang zu derart detaillierten Informationen. Gestartet wurde das Angebot mit 1. Juli. Mittlerweile finden sich darin 59 Datensätze der Statistik Austria, wie Generaldirektor Tobias Thomas erklärte. Diese reichen im Fall des Österreichischen Krebsregisters bis ins Jahr 1983 zurück, in der Konsumerhebung sind beispielsweise Informationen zu ganzen 1.186 einzelnen Variablen - vulgo Produkten - enthalten. Die Informationen betreffen Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Steuer- und Unternehmensdaten, demografische Kennwerte sowie Informationen zur Migration oder Binnenwanderung und sozioökonomischen Erhebungen.

Bei der Registerforschung gehe es keineswegs um Fallstudien zu einzelnen Individuen oder Firmen, hier biete sich vielmehr die Chance, größere gesellschaftlich-wirtschaftliche Fragestellungen derart zu beantworten, dass Ursachen und Auswirkungen miteinander verknüpft werden können. So etwa die oft diskutierte Frage, wie sich Bildungserfolg auf den Erfolg am Arbeitsmarkt auswirkt oder welche Wirkungen Unternehmensförderungen erzielen. Die neuen Möglichkeiten "werden dem Wissenschaftsstandort sehr gut tun" und voraussichtlich zu vielen hochkarätigen wissenschaftlichen Publikationen führen, zeigte sich Thomas überzeugt.

Zugriffsberechtigt sind nach vorangegangener Akkreditierung ausgewiesene Forschungseinrichtungen - das sind u.a. im Gesetz definierte Institutionen wie zum Beispiel Universitäten oder die Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die strengen Voraussetzungen zum Zugang zu Daten, wie etwa pseudonymisierten Informationen aus dem Melderegister oder dem Bildungsstandregister definiert das Bundesstatistikgesetz.

Wird eine Forschungsfrage formuliert, können die dafür notwendigen Informationen beantragt werden. Dazu bracht es eine Begründung. Der dann eigens erstellte "Forschungsdatenkörper" wird nach einer Prüfung aufgesetzt. In einem "virtuellen Arbeitszimmer" können Forscher dann Berechnungen durchführen. Die Daten bleiben immer bei der Statistik Austria, Zugang haben nur die speziellen Forschungseinrichtungen aus der Ferne.

Das AMDC "gehört befüllt", sagte Polaschek. Sein Ressort hat nun eine Verordnung auf Basis des Forschungsorganisationsgesetzes in Begutachtung geschickt, das den Zugang zu Daten des Bildungsministeriums regelt. Darin enthalten sind etwa Informationen zur Prüfungsaktivität an Hochschulen oder das Schulformenregister. Noch im Herbst könnten damit erste Mikrodaten aus der Bundesverwaltung im AMDC angeboten werden.

Letztlich gehe er davon aus, dass das Zentrum auch dazu beitragen wird, in der Politik evidenzbasierter entscheiden zu können. Für Aufbau und Betrieb stellt das Bildungsministerium zu Beginn jährlich 505.000 Euro zur Verfügung. Dazu kommen Gelder von den Forschungsinstitutionen für die Nutzung der Services.

Da es sich hier um "aufwendige Forschung" handle, arbeite die ÖAW aktuell an der Umsetzung eines neuen Förderprogrammes für "datengetriebene Forschung über die Gesellschaft". Dotiert ist dieses mit neun Millionen Euro aus dem neu eingerichteten Fonds Zukunft Österreich (FZÖ), erklärte Polaschek.

Im kommenden Jahr soll auch der Startschuss für das "ASEP - Austrian Socio-Economic Panel" erfolgen. Dafür stellt das Bildungsministerium der Statistik Austria bis zum Jahr 2026 fünf Millionen Euro bereit. Dahinter verbirgt sich eine umfassende, repräsentative Stichproben-Befragung von im Vollausbau rund 5.000 Haushalten jährlich. Diese umfasst die Bereiche Familie, Migration, Bildung oder die wirtschaftliche Situation im Haushalt.

Hier ergeben sich Möglichkeiten für langfristige Vergleiche und neue Einsichten in die Gesellschaft. Anhand der Daten können Forscher gewissermaßen einen Einblick in den Verlauf des Lebens der Menschen in Österreich erhalten.

Die Pilot-Befragungswelle startet im kommenden Jahr. Erfassen könne man so zum Beispiel, wie es um die gesellschaftlichen Aufstiegsmöglichkeiten hierzulande bestellt bzw. wie sehr beruflicher Erfolg mit dem sozioökonomischen Hintergrund des Elternhauses zusammenhängt. 

Das Haushaltspanel sei für Österreich ein "Meilenstein", zeigte sich Thomas überzeugt. Immerhin gibt es in den USA ein solches seit 1968 und in Deutschland seit 1984. Auf Basis der Umfrage entstünden alleine in Deutschland pro Jahr mehr als 400 wissenschaftliche Publikationen.

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