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e-Rezept: Softstart im Sommer 2021

5. Juli 2021 | Birgit Weilguni

Es ist soweit: Eine der wichtigsten Kooperationsformen zwischen Ärzteschaft und Apotheken, das e-Rezept, steht in den Startlöchern. Die CompuGroup Medical hat ihre Entwicklungsarbeit bereits finalisiert und wartet gespannt auf das erste Echo.

Mehr als 60 Millionen Rezepte in Papierform werden jährlich zwischen Ärzteschaft und Apothekern ausgetauscht. Bald sollen sie der Vergangenheit angehören, denn eine elektronische Lösung wird das Papierrezept ablösen. Das e-Rezept wird in der Arztpraxis elektronisch erstellt und im e-card-System gespeichert, sodass es in der Apotheke ebenfalls elektronisch abgerufen werden kann. Einlösung und Abrechnung des Rezepts mit der Sozialversicherung erfolgen natürlich auch auf elektronischem Wege und Patientinnen und Patienten erhalten über das Portal der Sozialversicherung einen Überblick über ihre offenen Rezepte. Nicht nur Komfort und Service für Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerschaft stehen dabei im Vordergrund, sondern auch ein Mehr an Sicherheit wird damit garantiert.

Im Frühjahr 2020 sollte der Roll-out beginnen, doch Corona kam dazwischen. Heuer erfolgt aber nun tatsächlich der nächste Schritt: Das e-Rezept-Service startet im ersten Halbjahr 2021 mit einem Pilotbetrieb in Kärnten in den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg mit freiwillig teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten und Apotheken. Danach soll schrittweise die flächendeckende Einführung erfolgen. „Softstart“ bedeutet, dass vor dem Start des offiziellen Pilotbetriebes das e-Rezept-Service bei einzelnen Ärztinnen bzw. Ärzten und Apotheken, die unterschiedliche Software-Produkte nutzen, in einem Friendly-User-Betrieb anlaufen soll, heißt es seitens der Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsges.m.b.H. SVC. Dadurch könnten – falls notwendig – Abläufe und Usability noch vor dem Start des eigentlichen Pilotbetriebes angepasst werden.

Peter Lehner, <br>Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger
Peter Lehner

Die Rezeptausstellung ist ein zentraler Prozess in jeder Ordination. Für den Erfolg der Digitalisierung des Papierrezepts ist die Integration des e-Rezept-Service in die bestehenden Software-Produkte entscheidend. Die Sozialversicherung hat daher die Software-Hersteller, darunter auch CGM, schon sehr früh in die Projektplanung mit einbezogen. Wir setzen nun auf eine möglichst zahlreiche Teilnahme von Ärztinnen und Ärzten am Pilotbetrieb, damit wir das e-Rezept möglichst lückenlos testen können.

Peter Lehner, 
Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger

Corona zeigt Digitalisierungsbedarf

Selbst Skeptikern wurde im Zuge der Corona-Krise klar, dass die Digitalisierung des Gesundheitssystems nicht mehr aufzuhalten ist. In einem Whitepaper*, das der Health Hub Vienna im Februar veröffentlichte, wurde ein umfassender Überblick über Digital Health in Österreich mit besonderem Fokus auf der Rolle digitaler Innovationen bei der Bekämpfung der Pandemie gegeben. Mehr denn je seien innovative Lösungen und ein „Denken über den Tellerrand“ mit einem kurzen Innovationszyklus gefragt, heißt es da. Die COVID-19-Pandemie hat das heimische Gesundheitswesen in kurzer Zeit stark verändert. Die Krise erforderte rasche Änderungen der Abläufe, um sich an die gesetzten Maßnahmen anzupassen und die Auswirkungen des Coronavirus auf ein Minimum zu beschränken, so die Autoren des Whitepapers. Digital-Health-Technologien haben dabei eine Vorreiterrolle gespielt. Neben acht anderen digitalen Gesundheitslösungen wurde auch die Auswirkung der Krise auf die Rolle des e-Rezepts untersucht.

Im Zuge der Corona-Pandemie wurde eine elektronische Übermittlung von Rezepten über die e-Medikation als Notmaßnahme sofort in Kraft gesetzt. Dies trug dazu bei, dass laut dem Whitepaper die Zahl der Klinikbesuche auf nur mehr rund 10 bis 20 Prozent des normalen Aufkommens reduziert werden konnte. Dadurch wurde die Möglichkeit, mit dem Virus in Kontakt zu kommen, minimiert. Die befragten Stakeholder waren sich weitgehend einig, dass die Zulassung des e-Rezepts in dieser Sonderform ein positiver Schritt nach vorne war. Als Vorteile wurden eine höhere Effizienz, Zeit- und Geldersparnis, kürzere Wartezeiten und eine Entlastung des bürokratischen Aufwands angeführt. Dennoch setzen Apotheker-, Ärztekammer und Sozialversicherung auf die Vollentwicklung des e-Rezept-Services, um eine höhere Effizienz und Datensicherheit zu gewährleisten.

Patientinnen und Patienten, die sich für ein Opt-out bei der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA entschieden haben, können nämlich im Zuge der Pandemie auf ein Problem stoßen. Bei der Rezeptübermittlung mittels e-Medikation konnte es vorkommen, dass Patientinnen und Patienten zu früh um ihre Medikamente nachfragten, die gewünschten nicht lieferbar waren oder die falsche Apotheke kontaktiert wurde. Die Apotheken erwarten daher mit großer Zuversicht die finalen Entwicklungsschritte des e-Rezepts, mit dem diese Probleme der Vergangenheit angehören. Denn dass sich die elektronische Übermittlung von Rezepten an die Apotheken grundsätzlich bewährt hat, stellt niemand infrage.

„Die Corona-Krise hat gezeigt, wie groß der Bedarf an einer papierlosen und kontaktfreien Abwicklung von administrativen Prozessen im Gesundheitswesen ist“, erklärt Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Die aktuelle kontaktfreie Verschreibung über die e-Medikation ist eine Übergangslösung. Mit dem e-Rezept wird der gesamte Prozess voll digitalisiert: von der Rezeptausstellung vom Arzt bis zur Abrechnung von der Apotheke mit der Sozialversicherung. Davon profitieren schlussendlich alle Beteiligten – die Versicherten, die Ärztinnen und Ärzte, die Apotheken und die Sozialversicherung selbst“.

* Yelvilaa Bodomo et al., COVID-19: An Opportunity for Healthcare in Austria. Health Hub Vienna, 2021

Mag.(FH) Doris Steiner, MBA, <br>Produktmanagerin,<br>CGM
Doris Steiner Portrait

Die Corona-Krise hat den Praxisalltag ordentlich durcheinandergebracht. Während dieser Zeit erkennen Ärzte und auch Patienten den Nutzen und die positive Wirkung der Digitalisierung. Wo man bisher keinen Bedarf sah oder sich gewehrt hat, sind nun durchaus praktikable und produktive Abläufe entstanden und die digitalen Techniken haben sich bewährt. Das e-Rezept ist ein weiterer Meilenstein auf dem digitalen Weg und löst die gegenwärtige Ausnahmesituation der kontaktfreien e-Medikation mit einem klaren und innovationsfördernden Rahmen ab.

Mag.(FH) Doris Steiner, MBA, 
Produktmanagerin,
CGM

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