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(K)eine große Sache

9. Dezember 2020 | Michaela Endemann
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Was die Internet-Giganten zu Pandemiezeiten in Sachen Gesundheit tun.

Nicht alles, was die Google-Macher angreifen, wird zu Gold. Das Projekt der Kontaktlinse, die Blutzucker messen sollte, wurde 2018 wieder eingestellt. Mit der Google-Cloud-Plattform hat sich der Suchmaschinen-Marktführer hingegen ein breites Anwendungsgebiet eröffnet. Sowohl Anbieter für die Software von elektronischen Patientenakten als auch digitale Sprachassistenzanbieter können die Plattform nutzen. Google Nest, eine Smarthome-Plattform, schloss kürzlich mit dem Mount-Sinai-Krankenhaus in New York eine Partnerschaft zur Überwachung kritisch kranker COVID-19-Patienten. Dass Google auf Interoperabilität und die Verbesserung der Skalierbarkeit mittels internationaler Standards wie HL7 und FHIR setzt, ermöglicht mittels Schnittstellen (API) Kooperationen mit Corona-Tracing-Apps, wie beispielsweise derzeit in Großbritannien.

 

Vom Online-Versandhändler zur Pflegeassistenz 

Wenig erfolgreich war der Online-Versandhändler Amazon mit dem Vorhaben, aus dem Sprachassistenten Alexa einen medizinischen Ratgeber zu machen. Zu ungenau und zu wenig zuverlässig seien die Antworten, lautete die Kritik. Inzwischen kann Alexa – die 2018 mit dem deutschen Big-BrotherAward für Verbraucherschutz bedacht wurde – anderweitig eingesetzt werden. Basis sind die Amazon-Webservices AWS, wo Projekte aller Art, von der Inklusion älterer Menschen, Assistenz beim Lernen oder im Pflegedienst, bis hin zur Krebsdiagnostik, angeboten werden. Amazon Transcribe Medical, ein automatisches Spracherkennungsservice (ASR), soll einen Text sogar direkt in die Krankenakte der Patienten einfügen können. Im April 2020 ermöglichte die Mayo Clinic in Rochester Alexa den Zugang zu ihrer Datenbank, um aktualisierte Informationen über COVID-19 zu verbreiten. Amazon betont immer wieder, dass die Dienste HIPAA-konform und, ebenso wie bei Google, durch HL7 und FHIR interoperabel sind.

 

Größter Beitrag: Gesundheit 

Mit großen Worten ist man bei Apple noch nie sparsam umgegangen. Die Visionen von Apple-Gründer Steve Jobs aus dem Jahr 1988 sind legendär. „Apples größter Beitrag für die Menschheit wird die Gesundheit sein“, sagte Tim Cook unlängst. Die iWatch und Apple Health wollen die Gesundheit überwachen und Hinweise auf Erkrankungen liefern. Nach der ersten Studie mit der Apple Watch zur Erkennung von Vorhofflimmern folgte im November 2019 die Fortsetzung in Kooperation mit einer Pharmafirma, die Heartline Study, im Zuge derer herausgefunden werden soll, inwieweit sich beginnende Herzrhythmusstörungen in den Aufzeichnungen der Fitness-Uhr zeigen. Potenzial sieht Apple auch darin, Messdaten für die Diagnose von Erkrankungen im psychischen und neurologischen Bereich zu generieren. So zeigte eine erste – kleine – Studie zur Früherkennung von Demenz, dass Probanden, die bereits erste Anzeichen von Demenz hatten, langsamer und unregelmäßiger auf dem iPhone tippten. Eine dreijährige Studie startete im August 2020 an der University of California in Los Angeles (UCLA). Untersucht wird, wie sich Schlaf, körperliche Aktivität, Herzfrequenz und Tagesablauf auf Angstzustände und Depressionen auswirken können. In Sachen COVID-19 bietet Apple seit dem Sommer 2020 auch Bluetooth-Unterstützung für Tracing-Apps an. 

 

Digitales Zukunfts-Krankenhaus 

Microsofts Weg in die Gesundheitswirtschaft ist steinig und etliches kam über die Ankündigung nicht hinaus. Von Microsoft Health Vault, einer Datenspeicherlösung für sensible Gesundheitsdaten, spricht heute keiner mehr. Seit gut einem Jahr baut der Software-Riese gemeinsam mit einer US-Krankenhauskette am „Krankenhaus der Zukunft“. Der Fokus liegt auf ausgeklügelten elektronischen Patientenakten. Gemeinsam mit einem Pharma-Unternehmen will Microsoft mit der AI Facatory for Health Startups, die im Bereich Künstliche Intelligenz und Gesundheit tätig sind, die Möglichkeit geben, sich für größere Projekte zusammenzuschließen. Und, wie es auf der Website heißt, von der Expertise der beiden Unternehmen zu profitieren. Auch Facebook will am milliardenschweren Gesundheitswirtschafts-Kuchen mitnaschen. 2017 wurde ein Programm installiert, das aus der Analyse der Posts selbstmordgefährdete Personen erkennen soll. Zwar gab es laut Facebook Alarmmeldungen, doch was die Erfolgsrate des Frühwarnsystems anlangt, hält sich das Unternehmen bedeckt. In Sachen COVID-19 ist Facebook bemüht, Falschinformationen aus dem Netzwerk zu entfernen. Im Data-for-Good-Programm hingegen soll auf Basis der Interaktion von Facebook-Nutzern über das Infektionsgeschehen von Sars-Cov-2 aufgeklärt werden. Datenschutzrechtlich korrekt, wie man betont.

GEEK SPEAK
  • Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA): Das US Gesetz von 1996 regelt die Sicherheit und den Datenschutz im Zusammenhang mit geschützten Patientendaten sowie den Zugriff der Patienten auf medizinische Datensätze. 
  • Application Programming Interface (API): Eine API vereinheitlicht und verbindet unterschiedliche Softwares, sodass sie miteinander Daten austauschen kann. Basis ist die Verwendung von IT Standards.

Quelle: ÖKZ 11/2020 (Jahrgang 61), Springer-Verlag

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