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Zwischen Herz und App: Kardio­logie setzt auf Faktoren Mensch und IT

5. Juni 2019 | APAMED
Fitness-Watch misst Puls

Fast die Hälfte aller Todesfälle in Öster­reich geht auf Herz-Kreis­lauf­erkran­kungen zurück. Die Kardio­logie profitiert in hohem Maß von den Fort­schritten der Digitali­sierung, gerade auf diesem Gebiet spielt das Arzt-Patienten-Verhältnis aber gleich­zeitig weiter­hin eine zentrale Rolle, erläu­terten führende Kardio­logen in Wien anlässlich der Auftakt-Presse­konferenz ihrer Jahrestagung.

Telemonitoring, Maschinenlern-Algorithmen und nicht zuletzt Apps zur Vorsorge haben sich für die Ver­sorgung von Herz-Patienten durch­aus eta­bliert. Nicht selten erweist sich heute ein Algo­rithmus als verläss­licher als jedes Ste­thoskop: Vor allem in der Vor­her­sage können selbst­lernende Systeme mensch­liche Prog­nose­ver­fahren schlagen. Künst­liche Intel­ligenz verän­dert in der Herz-Medizin vieles: Neben der Primär­präven­tion erweist sich die Patien­ten­über­wachung als viel­versprechend.

Andrea Podczeck-Schweighofer, Präsi­dentin der Öster­rei­chischen Kardio­logischen Gesell­schaft (ÖKG) vom Wiener SMZ Süd - Kaiser Franz Josef-Spital, sprach von einem "riesigen Spagat", den es zu bewäl­tigen gelte. Unmittel­bares ärzt­lichen Tun wie zuhören, angreifen, abhören, inter­pretieren von Befunden und nicht zuletzt der persön­liche Kontakt mit Patienten und Ange­hörigen blieben Dreh- und Angel­punkt. Auf der anderen Seite eröffne die Digi­tali­sierung Möglich­keiten, die die Arbeit von Kardio­logen völlig verändern - und dabei gleich­zeitig Chancen und Risiken bergen.

Vielversprechend zeigen sich etwa Ansätze künst­licher Intelli­genz in der Primär­präven­tion via Fitness- und Gesund­heits-Apps. Die Wertig­keit ins­gesamt rund 14.000 vor­han­dener mobilen Schritt­zähler, Blut­druck- oder Trainings­pro­gramme sei unbe­stritten - aller­dings tun sich Laien nicht selten schwer bei der Inter­preta­tion der Daten aus den ver­schie­denen Tools, was eine gute Arzt-Patienten-Beziehung in den Fokus rückt. Der Gefahr der "Ent­mensch­lichung der Medizin durch Digi­tali­sierung" müssen gerade Kardio­logen ent­gegen wirken. "Herz­kranke Patienten brauchen Zuwen­dung und ein kompe­tentes Gegen­über, das aus­reichend Zeit hat", zeigten sich die Medi­ziner überzeugt. IT sollte die Kardio­logie "unter­stützen, aber nicht ersetzen" wollen.

Ein weiterer Ansatz sei die bessere Vorher­sage von gefähr­lichen Herz­rhythmus­störungen: Das EU-Projekt PROFID ("Persona­lized Risk Predic­tion for Sudden Cardiac Death") etwa hat unter Einsatz selbst­lernender Algo­rithmen eine Neu­analyse beste­hender Evidenz zum plötz­lichen Herztod vor­genommen. Das Resultat ist eine genauere Prognose - die Leben retten kann: "Es gibt eine bessere Prädik­tion von bedroh­lichen Herz­rhythmus­störungen - damit können wir künftig kardiale Implan­tate noch geziel­ter ein­setzen. Für die Patienten wird es sicherer, ihre Über­lebens­chancen steigen", sagte Kardio­login Podczeck-Schweighofer.

Auch im Spital kann die Digitalisierung in Zukunft gute Dienste leisten: Medi­kamenten­gabe erfolgt oft nicht mehr via Zentral­apotheke, sondern computer­gestützt. Dies schließt nicht nur mensch­liches Ver­sagen aus, sondern es findet gleich­zeitig auch eine Über­prüfung der Inter­aktionen der Arzneien, die ein Patient nimmt, statt und schlägt bei Problemen Alarm.

Auch mögliche Risiken der Entwicklungen wie Daten­schutz, Daten­sicher­heit und einer "ent­mensch­lichten Medizin" werden bei der Konferenz in Salzburg thema­tisiert. Durchaus gerecht­fertigt sind etwa Bedenken in Richtung Inter­net­krimi­nalität. Es müssten "alle erdenk­lichen Vorkeh­rungen für maximale Sicher­heit" getroffen werden - nicht zuletzt, weil einer Studie der Roland-Berger-Stiftung zufolge 64 Prozent aller deutschen Kliniken bereits Opfer von Cyber­attacken und Hacker­angriffen wurden.

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