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Digital Health ist nicht nur Technik

19. August 2020 | APAMED
Abstrakter Hintergrund
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Unter Digital Healthcare werden - fälsch­licher­weise - oft nur tech­nische Lösungen für Gesund­heits­probleme ver­standen. Doch die Technik von Tele­medizin & Co. ist oft schon längst vorhanden, die Gesamt­gestal­tung von Betreu­ungs­systemen unter ihrer Anwendung ist die Crux, hieß es heute bei den Alpbacher Gesund­heits­gesprächen.

Am weitesten fortgeschritten sind in Öster­reich Systeme zur tele­medizi­nischen Betreu­ung von Diabe­tikern sowie, in Tirol und in der Steier­mark, mit "Herz-Mobil" ein Netz­werk, bei dem Herz­insuffi­zienz­patienten täglich ihren All­gemein­zustand, Blut­druck- und Gewichts­daten via Handy-App über­mitteln. Betreu­ende Klinik­abtei­lung, der behan­delnde nieder­ge­lassene Arzt und spezia­li­sierte Kranken­pfleg­epersonal können dann im Bedarfs­fall reagieren. Den Patienten bietet das mehr Sicherheit.

"An Herzinsuffizienz leiden in Öster­reich 300.000 bis 350.000 Men­schen. Bei über 65-Jährigen ist sie der häufigste Auf­nahme­grund ins Kranken­haus", sagte der Tiroler Gesund­heits­landes­rat Bernhard Tilg (ÖVP). 2017 wurde das System in Tirol in den Regel­betrieb über­geführt. In der Steier­mark ist man im Aufbau. "Die Rehospi­tali­sierungs­rate ist um 50 Prozent gesunken", sagte Tilg. Im Zeit­raum von sechs Monaten nach der letzten Spitals­aufnahme redu­zierte sie sich durch die bessere "Heim­über­wachung" von 50 auf 25 Prozent.

Die Kardiologie ist in Sachen Tele­medizin ein Vor­reiter. Martin Schulz vom deutschen Herz­zentrum Bad Oeyn­hausen führte einige Anwen­dungen an: Die täg­liche Kon­trolle der Blut­gerinnung inner­halb enger Grenzen bei Patienten mit implan­tierter Herz­pumpe, die Beglei­tung von mehr als 2.000  Herz­insuffi­zienz­patienten, die Kon­trolle der Funktion und des Zustandes von Patienten mit implan­tierten Herz­schritt­machern und das Coachen von Patien­ten mit Insulin­pumpen. "In Zukunft werden die Herz­schritt­macher auch kleine Event-Recorder auf­weisen, die EKGs auf­zeichnen", sagte der Experte. Das soll die Betreu­ung von Menschen mit Rhyth­mus­störungen verbessern.

Doch es ist längst nicht allein die Technik, welche solche Systeme funk­tio­nieren lässt. "Die Techno­logie ist nur ein 'beschei­dener' Beitrag", sagte Günter Schreier vom Austrian Insti­tute of Techno­logy (AIT). Viel­mehr macht der Einbau von digi­talen Techno­logien in den Ablauf der medizi­nischen Ver­sor­gung von Patien­ten den ent­schei­denden Punkt aus. Ärzte müssen neu mit anderen Berufs­gruppen zusammen­arbeiten lernen. Ordi­nations­abläufe müssen für Tele­medizin etc. ange­passt werden. Dienst­pläne in Kliniken müssen adaptiert werden.

Die neuen Systeme dürften in Zukunft das Gesund­heits­wesen nach­haltig ver­ändern. "Am Prince of Wales Hos­pital in Sydney bauen wir eine Klinik mit 250 Betten weniger als es für die Ver­sor­gungs­region not­wendig wäre. Wir wollen durch mehrere E-Health­projekte die Spital­auf­nahmen so redu­zieren, dass wir die Betten nicht mehr brauchen", erklärte der austra­lische Wissen­schafter Nigel Lovell in einer Video-Zuspie­lung. Für die Ver­sorgung von Patienten in den ent­legenen Regionen Austra­liens dürfte Digital Health­care in Zukunft ent­schei­dende Bedeutung erlangen.

Der Generaldirektor der Pensions­ver­sicherungs­anstalt, Winfried Pinggera, will durch digi­tale Systeme die Reha­bili­tation näher an die Ver­sicherten heran­bringen und den Zeit­raum der Wirk­sam­keit einer statio­nären Reha­bili­tation durch e-Health-Nach­folge­programme erhöhen. An sich besitzt Öster­reich mit der e-Card und dem nun­mehrigen ELGA-System bereits gute Voraus­setzungen für Digital Health­care und ist dabei zum Beispiel besser auf­ge­stellt als Deutsch­land. Für den zukünf­tigen General­direktor der Öster­rei­chischen Gesund­heits­kasse, Bernhard Wurzer, fehlt es aber in Öster­reich noch immer an der Grund­satz­ent­scheidung, diese Systeme umfassend ein­zu­führen, zu evaluieren und anzuwenden.

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