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Bereits 300 Interes­senten für zusätz­liche Kassen­arzt­stellen

5. Januar 2024 | APAMED (APA-OTS)
Junge Ärztin blickt erwartungsvoll auf eine neue Herausforderung.
Junge Ärztin blickt erwartungsvoll auf eine neue Herausforderung.

Die von der Bundesregierung angekündigten 100 zusätzlichen Kassenstellen für Allgemein- und Fachmediziner stoßen offenbar auf reges Interesse. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, haben sich bereits 300 Interessentinnen bzw. Interessenten dafür beworben. Fixiert wurde auch die Aufteilung nach Bundesländern. Sie erfolgt nach dem Bevölkerungsschlüssel.

Der Aufruf an Personen, die sich für die neuen Kassenarztstellen bewerben möchten, erging erst kürzlich: Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) lud Mitte Dezember Interessierte dazu ein. Geschaffen werden laut Gesundheitsministerium vor allem Stellen für Allgemeinmedizin sowie Kindermedizin. Auch Kassenstellen für Gynäkologie, Psychiatrie bzw. Kinderpsychiatrie, Augenheilkunde sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten werden neu eingerichtet.

Für jede dieser Kassenstellen wurde ein Startbonus von bis zu 100.000 Euro geschaffen, um die Erstausstattung der neuen Ordinationen zu unterstützen. Beide Maßnahmen wurden noch im Dezember im Nationalrat beschlossen. Am 1. Jänner trat nun die Verordnung in Kraft, die die regionale und fachliche Aufteilung regelt. Damit seien die Voraussetzungen zur Vergabe dieser Kassenverträge geschaffen, hieß es.

Die regionale Verteilung sieht folgendermaßen aus: Das Burgenland erhält drei Stellen, Vorarlberg vier, Kärnten und Salzburg sechs, Tirol neun, die Steiermark 14, Oberösterreich 17, Niederösterreich 19 und Wien 22.

Laut dem Generaldirektor der ÖGK, Bernhard Wurzer, wurden rund 100 Allgemeinmediziner und 200 Fachärzte vorgemerkt. Mit dem Andrang ist man jedenfalls zufrieden. "Das ist deutlich mehr als wir erwartet haben", betonte Wurzer. Mindestens 50 neue Kassenstellen sind laut ÖGK für die Fächer Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde sowie bei besonderem regionalen Bedarf Innere Medizin vorgesehen.

Die Hälfte der 100 neuen Posten soll in Primärversorgungseinheiten eingerichtet werden. Die genaue Aufteilung, so hieß es, erfolge in den jeweiligen Bundesländern basierend auf den regionalen Gegebenheiten durch die Sozialversicherung.

"Das große Interesse zeigt, dass unsere Maßnahme richtig ist und Wirkung zeigt. Durch den Startbonus von 100.000 Euro wird eine Kassenarztstelle wieder attraktiver, weil es den künftigen Kassenärztinnen und -ärzten die Finanzierung ihrer Ordinationsräume erleichtert", hob Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hervor. Man sei guten Mutes, dass die 100 neuen Stellen rasch besetzt werden könnten.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) zeigte sich über das Interesse ebenfalls erfreut. "Wir schaffen die 100 neuen Kassenstellen in jenen Bereichen und Fächern mit großem Bedarf. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Gesundheitsversorgung im niedergelassenen Bereich spürbar zu verbessern", versicherte er.

Der in so kurzer Zeit erfolgte Andrang beweise, dass die Richtung stimme, befand Moritz Mitterer, der Vorsitzende der Dienstgeber-Kurie in der ÖGK-Hauptversammlung und Bundesgeschäftsgeschäftsführer des Wirtschaftsbundes Österreich: "Besonders der Startbonus von bis zu 100.000 Euro macht die Stelle als Kassenarzt wieder attraktiver und unterstützt Ärzte bei der Finanzierung ihrer eigenen Ordinationsräume. Nun gilt es, die 100 neuen Stellen rasch zu besetzen."

Für FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak ist es hingegen kein Wunder, dass es bei den hohen Prämien viele Interessenten gebe. Zugleich seien aber auch dreihundert Kassenstellen derzeit unbesetzt, gab er zu bedenken. Auch den Fokus auf Primärversorgungszentren kritisiert er: "In dünn besiedelten Bereichen wird sich der Ärztemangel dadurch weiter zuspitzen, weil derartige Zentren in Gebieten angesiedelt werden, wo das Einzugsgebiet auch vorhanden ist."

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