Österreich

KI gegen Hirn­tumore: Friaul und Öster­reich starten Projekt

7. Juli 2026 | APAMED (APA-OTS)
Axiale T2-gewichtete MRT-Aufnahme des Gehirns, die eine Enzephalomalazie zeigt.
Axiale T2-gewichtete MRT-Aufnahme des Gehirns, die eine Enzephalomalazie zeigt.

Italien und Österreich wollen ihre Zusammenarbeit bei der Erforschung seltener und besonders aggressiver Hirntumoren ausbauen. Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt "AI-Brain" soll Künstliche Intelligenz (KI), Biobanken und klinische Daten zusammenführen, um personalisierte Therapien für Gliome zu entwickeln.

Das von der Universitätsklinik Friuli Centrale (ASUFC) koordinierte Projekt läuft von 2026 bis 2028 und verfügt über ein Budget von rund EUR 785.000. Vorgestellt wurde das Vorhaben am Montag in Udine. Nach Angaben von ASUFC-Gesundheitsdirektor Nicola Turello sollen Forschungseinrichtungen in Italien und Österreich ihre Expertise bündeln, um die Behandlung einer Erkrankung mit hoher Sterblichkeit zu verbessern. 

Biobanken, klinische Daten und molekularbiologische Informationen werden dabei unter Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben zusammengeführt, um Forschungsergebnisse schneller in die Patientenversorgung zu übertragen.

 

Aufbau eines grenzüberschreitenden Biobank-Netzwerks geplant

Projektleiter Paolo Antonio Beltrami nannte drei Schwerpunkte: den Aufbau eines grenzüberschreitenden Biobank-Netzwerks, den Einsatz von KI zur Auswertung medizinischer Berichte und Patientenakten sowie moderne Diagnostikverfahren wie Sequenzierung der dritten Generation und Proteomik. Da jede Einrichtung nur über eine begrenzte Zahl an Proben verfüge, sei die Bündelung der Ressourcen für aussagekräftige Forschung unerlässlich.

Auch Riccardo Spizzo vom Onkologischen Referenzzentrum in Aviano in Friaul betonte die Bedeutung internationaler Kooperationen. Nur durch die Vernetzung regionaler und internationaler Forschungseinrichtungen lasse sich die notwendige kritische Masse für wissenschaftliche Fortschritte erreichen. Dem Konsortium gehören neben der ASUFC das Onkologische Referenzzentrum Aviano, Fraunhofer Austria Research, die Medizinische Universität Innsbruck sowie das Triester Unternehmen Plus srl an.

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