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Blutverdünnung reduziert Sterb­lichkeit bei COVID-19-Erkrankten schein­bar signifikant

16. Februar 2021 | APAMED
Blut im Inneren der Aorta

Eine schnelle blutverdünnende Therapie von Patienten mit COVID-19 bei der Aufnahme ins Spital verringert die Sterblichkeit der Kranken um 34%, behauptet eine groß angelegte Beobachtungsstudie im Rahmen des Gesundheitssystems der US-Army-Veteranen (United States Department of Veterans Affairs) mit fast 4.300 Patienten.

Bei der im British Medical Journal (BMJ)  publizierten und auch von der deutschen Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitierten Untersuchung handelte es sich um eine retrospektive Auswertung von Patienteninformationen. Abseits von klinischen Studien zeigen sie den Wert einer blutverdünnenden Therapie mit Substanzen wie Heparin oder Enoxaparin in der täglichen Praxis der Behandlung von COVID-19-Patienten im Spital.

SARS-CoV-2-Erkrankte weisen als häufige schwere Komplikation auch eine stark gesteigerte Blutgerinnung mit Thrombusbildung auf. Dagegen hilft die prophylaktische Gabe von Antikoagulantien (die Blutgerinnung hemmenden Medikamenten). Sie werden seit Jahrzehnten zur Prophylaxe und Behandlung von Thromboembolien eingesetzt.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 4.297 Patienten aus, die zwischen dem 1. März und 31. Juli 2020 stationär wegen einer SARS-CoV-2-Infektion behandelt werden mussten. Das Durchschnittsalter betrug 68 Jahre. 93% der Patienten war männlich. 3.627 Patienten (84,4%) hatten innerhalb von 24 Stunden nach Einlieferung prophylaktisch einen Gerinnungshemmer erhalten. Die Sterblichkeit betrug insgesamt innerhalb von einem Monat 14,5%.

Bei denjenigen Patienten, die Heparin bekamen, lag die Sterberate bei 14,3%. Bei den anderen Patienten, die keine prophylaktische Antikoagulation bekamen, verstarben 18,7%, was eine Verringerung des Mortalitätsrisikos um 34% ergibt. Bei der Auswertung der Daten waren andere Faktoren wie Alter, ethnische Herkunft, Vorerkrankungen, sonstige Medikation, Gewicht und Raucherstatus bei ihrer Auswertung berücksichtigt. Es zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Blutungen, was eine Komplikation im Rahmen einer Antikoagulation darstellen kann.

Eine sogenannte Heparinisierung findet sich bereits in den Leitlinien vieler medizinischer Fachgesellschaften für der Behandlung von COVID-19-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf. Das gilt auch für Österreich. 

"Zusätzlich soll bei allen hospitalisierten PatientInnen - bei fehlenden Kontraindikationen jedenfalls eine medikamentöse Thromboseprophylaxe mittels niedermolekularen Heparinen (...) erfolgen", heißt beispielsweise in den Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI).

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