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Diabetes: Lebens­stil ist wichtiger als Genetik

7. Juli 2026 | APAMED (APA-OTS)
Diabetes-Patientin beim Morgenlauf entlang der Küste.
Diabetes-Patientin beim Morgenlauf entlang der Küste.

Für die Entstehung von Diabetes ist der Lebensstil wichtiger als eine allfällige genetische Belastung. Das haben US-Forschende anhand der Daten von 330.000 Menschen im mittleren Alter aus Großbritannien bewiesen. Die Hälfte der Fälle von Zuckerkrankheit sei damit verhinderbar, schließen die Wissenschaftler aus ihrer Analyse.

 

"Typ-2-Diabetes (T2D) entsteht durch das Zusammenspiel genetischer Veranlagung und eines ungesunden Lebensstils, deren kombinierte Auswirkungen jedoch noch nicht ausreichend erforscht sind. Wir untersuchten, ob ungesunde, veränderbare Verhaltensweisen mit einem ähnlich erhöhten Risiko für die Entwicklung von T2D bei Personen mit unterschiedlichem genetischem Risiko einhergehen", schrieben jetzt Cassandra Spracklen (Universität des US-Bundesstaats Massachusetts) und ihre Co-Autoren in "Diabetes" (DOI: 10.2337/db25-0672).

Die Wissenschaftler werteten die Langzeitdaten von 332.251 Menschen aus, deren Gesundheitsdaten in der britischen "Biobank" verzeichnet sind. Die waren zu Beginn durchschnittlich 55 Jahre alt und hatten keinen Typ-2-Diabetes. Außerdem wurde das Blut der Teilnehmer auf genetische Veränderungen untersucht, welche ein erhöhtes Risiko für diese Form der Zuckerkrankheit, die etwa 90% der Fälle ausmacht, bedeuten können.

Die Probanden wurden danach zu je einem Drittel in eine Gruppe mit hohem, mittleren oder niedrigem genetischen Risiko eingeteilt. Das gleiche erfolgte unter Einrechnung der Lebensstilfaktoren: Rauchen, Gewicht (BMI), körperliche Aktivität und Ernährung. In dem Gesamt-Beobachtungszeitraum von im Mittel 13,6 Jahren wurde bei vier Prozent der Probanden ein neu auftretender Diabetes diagnostiziert.

 

Genetik versus bzw. kombiniert mit Lebensstil

Die Ergebnisse waren eindeutig: Ein hohes genetisches Risiko versus einem niedrigen genetischen Risiko für Typ-2-Diabetes führte zu einer um den Faktor 2,58 größeren Häufigkeit, daran zu erkranken. Doch die "Umwelt" in der Form von Lebensstilfaktoren war - allein genommen - viel wichtiger: Ein Körpergewicht im oberen Drittel der Probanden brachte im Vergleich zu Gewicht im unteren Drittel ein um den Faktor 6,83 größeres Risiko für Zuckerkrankheit hervor.

Noch größer war die Auswirkung von ungesundem Lebensstil und einem höheren genetischen Risiko. Ein niedriges genetisches Risiko und ein ungesunder Lebensstil bedeuteten im Vergleich zu einer niedrigen genetischen Gefährdung und einem gesunden Lebensstil eine 7,11-fach größere Häufigkeit von Diabetes. Genetische Veränderungen, die mit einer starken Neigung zu Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen, plus ein ungesunder Lebensstil brachten gar das 17,33-Fache Risiko für Typ-2-Diabetes mit sich.

Laut den Wissenschaftlern dürfte das Verhältnis zwischen Lebensstil und Genetik bei der Begünstigung des Entstehens von Typ-2-Diabetes bei 55 zu 45% liegen. Damit ist die "Umwelt" wichtiger als alles andere und wäre damit prinzipiell gut beeinflussbar.

"Insgesamt stützen unsere Analysen die Annahme, dass zwar die Genetik eine wichtige Rolle für das Risiko, an T2D zu erkranken, spielt, Lebensstilfaktoren jedoch eine wesentlich größere Rolle einnehmen, insbesondere der Body-Mass-Index (BMI). Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass Personen mit jedem Grad an genetischem Risiko ihr Erkrankungsrisiko durch veränderbare, gesunde Lebensstilgewohnheiten erheblich senken können", schrieben die Wissenschaftler.

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