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Frühe Medien­nutzung steigert autis­mus­ähnliche Symp­tome bei Kindern

12. Februar 2026 | APAMED (APA-OTS)
Frühe Mediennutzung steigert autismusähnliche Symptome bei Kindern.
Frühe Mediennutzung steigert autismusähnliche Symptome bei Kindern.

Die Nutzung von digitalen Medien im Kleinkinderalter führt zu nicht aufholbaren Entwicklungsstörungen und motorischen Defiziten

Konkrete Pläne rund um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche nehmen in immer mehr EU-Ländern an Fahrt auf - auch in Österreich soll bis zum Sommer ein Gesetzesentwurf vorliegen. Manche Expert*innen sehen aber bereits vor dem Schuleintritt Handlungsbedarf, nämlich im frühesten Alter. Denn Kleinkinder, die zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr Internetmedien ausgesetzt sind, würden oft autismusähnliche Symptome und permanente Verhaltensstörungen entwickeln.

"Wir sehen vermehrt Aufmerksamkeitsprobleme, wir sehen einen exorbitanten Anstieg von Sprachentwicklungsstörungen, aber auch viele motorische Auffälligkeiten, die dann im Kindergarten oder in der Schule zum Tragen kommen", erklärt Fachärztin Arnika Thiede von den Barmherzigen Brüdern Linz bei einem Pressegespräch im Gesundheitsministerium am Dienstag. Handelt es sich um eine Mediendeprivation statt eines echten Autismus, könnten Kinder manche Defizite zwar noch aufholen, "aber eben nicht alles".

 

Swipe-Bewegung statt Essen mit Besteck

Dass manche Kleinkinder bis zu acht Stunden täglich das Internet und ähnliche Medien nutzen, ist laut Thiede "leider keine Seltenheit". Manche jungen Patient*innen würden dann zwar perfekt die Swipe-Bewegung mit dem Finger beherrschen, andere essenzielle Kulturpraktiken aber nicht. "Viele Kinder können zum Beispiel im Alter von fünf bis sechs Jahren nicht mehr mit Besteck essen", schilderte die Fachärztin. "Fakt ist, dass es die gleiche Therapie braucht wie bei einem Autisten und uns deswegen leider unsere raren Autismus-Therapieplätze blockiert."

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", sagt zudem Psychotherapeut Dominik Batthyány, weil Menschen in diesem Alter noch hoch lernfähig und mental formbar seien. Genau das mache junge Menschen so verwundbar gegenüber modernen Algorithmen von Internetmedien, die auf Verweildauer statt auf einen Lernprozess abzielen würden. Selbstkontrolle entwickle sich erst langsam. Aber auch körperliche Defizite sind laut Arnika Thiede auf frühe Mediennutzung zurückzuführen, wie Übergewicht, eine fehlende dreidimensionale Sehfähigkeit, Schlafstörungen oder Muskelschwäche.

 

Begleithilfe für Eltern angekündigt

Geht es nach dem Psychotherapeuten Batthyány, seien vielen Eltern die negativen Auswirkungen gar nicht bewusst, wenn sie ihren Kindern das Handy zum Spielen geben. Bei anderen wiederum kämen die digitalen Geräte wegen Überforderung als "shut-up-toy" zum Einsatz. "Wir müssen Eltern wieder dazu bringen, dass sie mit ihren Kindern spielen", plädiert die Fachärztin Thiede.

Vor diesem Hintergrund kündigte SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig zusammen mit "saferinternet.at" eine Aufklärungsbroschüre an, die österreichweit den Wickelrucksäcken für werdende Eltern beigelegt werden soll. Damit soll Bewusstsein entstehen, "dass man mit ganz einfachen Schritten Kinder von null bis drei Jahren unglaublich gut begleiten kann".