Für den Besuch einer niedergelassenen Ärzt*in als Pharmareferent*in sind vor allem Zeitmanagement, Praxisabläufe und der respektvolle Umgang mit dem Praxispersonal entscheidend. Die besten Gespräche entstehen, wenn es die Referent*in schafft, sich an den Arbeitsrhythmus der Praxis anpassen und natürlich, wenn die Inhalte überzeugen.
Ein Gespräch mit einer Pharmafirma ist aus Sicht der Ärzt*in wertvoll, wenn1
Das hängt von Fachrichtung und Praxisorganisation ab, aber oft gelten folgende Zeitfenster als günstiger:
In vielen Praxen entscheidet nicht die Ärzt*in selbst - sondern die Assistenz - über den Zugang. Ein gutes Verhältnis zur Assistenz erleichtert langfristig die Terminvereinbarung erheblich. Worauf man als Pharmareferent*in besonders achten sollte:
Patientenversorgung hat immer Vorrang.
Drängen Sie niemals auf ein Gespräch und akzeptieren Sie, wenn Notfälle oder Verzögerungen auftreten. Auch ein kurzfristig abgesagter Termin ist in Arztpraxen normal.
Zeit ist knapp:
Ihr Gespräch sollte auf maximal 10 Minuten vorbereitet sein. Ihre Kernbotschaft muss in wenigen Sätzen formuliert sein und relevante Daten müssen schnell präsentiert werden.
Fachliche Relevanz gewinnt:
Ärzt*innen interessieren sich vor allem für den Nutzen des Produkts, dessen Wirksamkeit sowie die Verträglichkeit und Sicherheit des Präparats für ihre Patienten. Auch die Erstattungsfähigkeit/Kosten sowie die praktische Anwendung sind von Bedeutung. Und deutlich weniger Interesse besteht oft an allgemeinen Marketingbotschaften.
Praxisabläufe respektieren:
Wenn Sie volle Wartezimmer, Akutsprechstunden, Impfaktionen, Urlaubsvertretungszeiten oder sogar Grippe- bzw. Infektionswellen vorfinden, ist eine Terminverlegung anzuraten.
Vor dem Besuch sollten Sie das Fachgebiet und die Patientengruppen kennen. Das Verordnungsverhalten - soweit zugänglich - analysieren, relevante Studien und Leitlinien parat haben und ein klares Gesprächsziel definieren (z.B.: Information über neue Indikation, Vorstellung neuer Studiendaten, Besprechung von Nebenwirkungsprofilen oder die Einladung zu einer Fortbildung, ...).
Quelle:
1 „Wie (digital) ticken unsere Ärztinnen und Ärzte? Das Kommunikations- und Informationsverhalten unserer Ärztinnen und Ärzte im Wandel der Zeit“, 14. April 2016, SPECTRA Meinungsforschung im Auftrag von PMCA / Pharma Marketing Club Austria, S. 12