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Rückblick: Ein Jahr Videosprechstunde in der Pandemie
 

22. März 2021 | Elena Schwenk

Haus- und Fachärzte, Kliniken, Dermatologen, Psychotherapeuten, Hebammen - seit der Corona-Pandemie haben sie eins gemeinsam: Die Videosprechstunde ermöglicht es ihnen, ihre Patienten sicher und ohne Maske zu beraten. Etwas, das in dieser Zeit wichtiger geworden ist, als wir es uns vor einigen Jahren noch hätten vorstellen können.

Die virtuelle Sprechstunde als digitales Kommunikationsmittel zwischen Arzt und Patient gibt es nicht erst seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr, doch sie hat seitdem als mögliches Instrument der Eindämmung einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Egal ob Beratungen, das Anfragen von Formularen, die Kontrolle eines Heilungsprozesses oder das Abklären eines Medikationsplans – die Videosprechstunde hat sich weiterentwickelt. So wurden nicht nur gesetzliche Grundlagen verändert, um den Ärzten Durchführung und Abrechnung zu vereinfachen, es wurde auch der Kreis derer erweitert, die sie in ihren Alltag aufnehmen können.

Die Videosprechstunde erobert neue Bereiche

Besonders Psychotherapeuten setzen seit 2020 für die Gesprächstherapie auf die Videosprechstunde. Direkt dahinter folgen die Hausärzte, bei denen die digitale Zusammenkunft überfüllte Wartezimmer verhindert und eine effiziente Alternative zum Praxisbesuch vor Ort bietet. Denn Fragen wie „Die Wunde sieht schon besser aus, soll ich zur Kontrolle noch einmal in die Praxis kommen“ lassen sich oft auch über Videosprechstundenlösungen wie CLICKDOC klären. Auch Dermatologen und Hebammen profitieren von dem Sichtkontakt mit dem Patienten über Distanz und können dank Videoübertragung erkennen, ob eine digitale Beratung ausreicht oder ein Praxistermin ratsam ist. Bei Notärzten wird die Videosprechstunde eingesetzt, um den Rettungsdienst im Einsatz zu unterstützen und gleichzeitig schon vor der Ankunft in einer Klinik Informationen über Art und Schwere der Verletzung zu erhalten.

Um noch mehr Ärzte und andere Gesundheitsprofis von der Digitalisierung des Gesundheitswesens und damit auch von der Videosprechstunde zu überzeugen, geht man am Campus der Kassenärztlichen Vereinigung Westfahlen-Lippe in Dortmund mit der digitalen Modellpraxis „dipraxis“ neue Wege. Dort können auch Beispielprodukte der Videosprechstunde getestet werden.

Win-win-Situation für Arzt und Patient

Die digitale Zusammenkunft zwischen Arzt und Patient hat sich im letzten Jahr bewährt, denn sie ermöglicht eine Behandlung, ohne dass sich Arzt oder Patient der Gefahr der Ansteckung aussetzen müssen. Masken sind bei einem Arzt-Patienten-Gespräch via Videosprechstunde nicht nötig, was Nähe schafft – trotz der Distanz. Außerdem bieten sie eine Zeitersparnis für Patient und Arzt und können dabei helfen, Krankheitsfälle und die nötige Behandlung einzuschätzen. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Fälle, in denen eine digitale Beratung nicht reicht.

Akzeptanz in der Gesellschaft

Eine Studie¹ von Dezember 2020 zeigt: Für jeden dritten Deutschen haben Videosprechstunden während der Coronapandemie an Bedeutung gewonnen. Dennoch war der Teil derer, die im Krankheitsfall sie bisher auch wirklich in Erwägung gezogen haben wesentlich kleiner. Somit ist zumindest derzeit noch eine Diskrepanz zwischen dem erkannten Nutzen und der Akzeptanz in der Gesellschaft zu sehen. Um diese zu überwinden, sind vor allem die Ärzte und Heilmittelerbringer gefragt. Sie müssen die Videosprechstunde nicht nur anbieten, sondern auch über die Möglichkeiten aufklären. Denn eine weitere Studie² zeigt: mehr als jeder zweite Arzt ist sich sicher, dass die Behandlung über die Videosprechstunde in bestimmten Fällen genauso gut funktioniert wie bei einem persönlichen Termin vor Ort.

Die Politik fördert die Videosprechstunde

Auch die Politik ist daran interessiert, die Videosprechstunde weiter auszubauen. So gab es seit Beginn der Pandemie mehrere gesetzliche Veränderungen zu Gunsten der Videosprechstunde:

April 2020:

Aufhebung der 20-Prozent-Grenze für abrechenbare Videosprechstunden, Online-Konsultationen sind jetzt unbegrenzt möglich.

Oktober 2020:

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Juli geänderte Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie tritt in Kraft: Krankschreibungen sind künftig per Videosprechstunde möglich, wenn der Versicherte der behandelnden Arztpraxis bekannt ist und dort schon einmal physisch vorstellig war.

Oktober 2020:

Die erste Entwurfsskizze des 3.Digitalgesetzes zeigt: Gesundheitsminister Jens Spahn möchte Videosprechstunden weiter voranbringen. So sollen die Online-Zusammenkünfte zwischen Arzt und Patient auch während der Sprechstundenfreien Zeit durchgeführt und abgerechnet werden. Außerdem sieht das Eckpunktepapier vor, dass Patientenkrankschreibungen volldigital möglich sein sollen, auch wenn nur digitaler Kontakt stattgefunden hat. Mehr Details zum neuen Digitalisierungsgesetz gibt es hier.

Fazit für die Videosprechstunde

Eines ist somit nach einem Jahr klar: Auch nach dem Ende der Coronapandemie wird die Videosprechstunde ein fester Bestandteil in der Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten bleiben und sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen. Das gilt neben Deutschland auch für andere Länder. So gewann die Videosprechstunde während der Coronapandemie Beispiel auch in den USA, der Schweiz, Frankreich und Italien enorm an Bedeutung .

 

 

Quellen:

¹ https://datapuls.social-wave.de/

² https://www.bitkom-research.de/de/pressemitteilung/corona-beschleunigt-die-digitalisierung-der-    medizin-mit-unterschiedlichem-tempo

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