Apotheker David Dohmannt: Interview zum TI-Feldtest

Anwenderbericht mit Apotheker David Dohmann zum TI-Feldtest

Rund 900 Apotheken-Kunden von CGM LAUER haben sich bereits für das TI-Angebot der CGM entschieden. Wir haben mit David Dohmann, Apotheker aus Münster, gesprochen, der aktuell zu einer der acht Apotheken gehört, die die Telematikinfrastruktur im Feldtest begleitet und die TI-Anwendungen in seiner Apotheke testet.

Redaktion: Erinnern Sie sich noch, wann Sie erstmalig von der Telematikinfrastruktur erfahren haben?

David Dohmann: Konkret von der sogenannten Telematikinfrastruktur habe ich erst vor zwei bis drei Jahren etwas gehört. Wenn es aber um die Themen geht, welche in der Telematikinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen, wie beispielsweise elektronische Medikationspläne oder digitale Rezepte, dann ist das bestimmt seit mindestens 10 bis 15 Jahren in der Diskussion, wenn nicht länger – gefühlt schon eine Ewigkeit. Es hat mich auch gewundert, dass bei dem Thema so lange nichts passiert ist, zumindest in den Augen derer, die nicht direkt am Entwicklungsprozess beteiligt waren.Ich hatte mich schon bevor die TI wirklich konkret für uns wurde mit der Thematik beschäftigt. Sowohl mit den unterschiedlichen Komponenten als auch mit der Förderung, die ja unsere Kosten für die TI in weiten Teilen deckt. Dabei habe ich natürlich auch über die Anbieter der TI gelesen und über die führende Rolle der CGM. Betreffs des Angebots sind wir dann direkt von CGM LAUER angeschrieben worden.

Redaktion: Was waren Ihre ersten Gedanken dazu? Welche Vorstellungen hatten Sie von diesem bundesweiten, sektorenübergreifenden Gesundheitsnetz?

David Dohmann: Wenn es um die Einführung geht, dann dass es längst überfällig war. Und dass das, was zurzeit noch händisch vor Ort gemacht wird, weit hinter dem zurücksteht, was mit moderner Technik und digitaler Vernetzung eigentlich schon seit Ewigkeiten möglich sein müsste. Aber ich glaube, es gibt auch viele, die sich dagegen aufgrund von Bedenken bezüglich des Datenschutzes und einer Vielzahl anderer vielleicht oftmals eher unbegründeter Ängste gesperrt haben. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass die Telematikinfrastruktur nun da ist und dank der anstehenden Anbindung der Apotheken auch wir als Apotheker einen Beitrag für eine noch bessere medizinische Versorgung leisten können. Eine Gesundheitskommunikation, wie sie durch die Telematikinfrastruktur endlich möglich wird, war in meinen Augen, wie bereits erwähnt, lange überfällig.

Redaktion: Wieso haben Sie sich entschlossen, am Feldtest der Anwendungen Notfalldatenmanagement und elektronischer Medikationsplan teilzunehmen?

David Dohmann: Ich finde es spannend und interessant, den Feldtest aktiv mitgestalten zu können. Durch die Teilnahme am Test im Praxisbetrieb sehe ich, was eventuell noch optimierungsbedürftig ist, und kann meine eigenen Vorschläge zu einem Fine Tuning einbringen. Das finde ich leichter, als wenn ein solches Konstrukt bereits fertig ist, und man selbst nur noch einer von knapp 20.000 Apothekern ist, der etwas ändern möchte. Ich glaube, man hat mehr Möglichkeiten, etwas zu bewirken, wenn man zu einem überschaubaren Personenkreis gehört, der Verbesserungsvorschläge einbringen darf: Ich kann aktiv mitdiskutieren und auch mitgestalten, wenn es um die nächsten Schritte in Richtung E-Health geht.

Redaktion: Wie haben Sie Ihre Apotheke auf die Anbindung vorbereitet?

David Dohmann: Die Vorbereitung auf die Anbindung hat größtenteils in einem Informationstermin mit dem Gebietsverkaufsleiter von CGM LAUER stattgefunden – wobei da gefühlt gar nicht so viel vorzubereiten war. Wir haben mithilfe des TI-ready-Checks kurz geprüft, ob die EDV passt. Hier sind wir Apotheker anscheinend schon sehr gut und sicher aufgestellt, weshalb keinerlei Maßnahmen bezüglich des Netzwerks etc. vorgenommen werden mussten. Es ging dann tatsächlich nur noch darum, Platz am HV-Tisch zu schaffen, damit dort ein Lesegerät integriert werden konnte. Aber auch das war kein Problem, da es eine platzsparende Tastatur mit PIN-Pad oder einen platzsparenden Schwenkarm für das E-Health-Kartenterminal gibt. Somit werde ich im Arbeitsalltag weder behindert noch einschränkt. Außerdem wird der Konnektor selbst ja nicht im Bereich der Kassenplätze platziert, was ebenfalls ein großer Vorteil ist. Ich habe also die EDV gecheckt, etwas Platz geschaffen und zudem die für die Teilnahme an der TI benötigte Institutionskarte (SMC-B Card) und den elektronischen Heilberufsausweis bei der D-Trust GmbH bestellt. Das ist ja aber für jeden Apotheker ein absolutes Muss..

Redaktion: Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an Bord geholt?

David Dohmann: Ich muss gestehen, dass ich mein Team bisher erst wenig integriert habe. Der Grund dafür ist, dass ich ja selbst erst einmal in der der Materie eingearbeitet sein muss, bevor ich ihnen etwas erklären kann. Alle wissen natürlich, dass der Feldtest zur Erprobung der mehrwertbringenden TI-Anwendungen unter Einsatz der KoCoBox MED+, die der E-Health-Konnektor von der CGM ist, gestartet ist und unsere Apotheke daran teilnimmt. Natürlich sieht mein Team auch, dass sich im Verkaufsraum etwas geändert hat, da dort jetzt an zwei der Arbeitsplätze ein E-Health-Kartenterminal steht. Sie wissen also, dass da was kommt und ich sie bald involvieren werde.

Redaktion: Können Sie kurz den Ablauf des Installationstermins schildern?

David Dohmann: Die Installation lief ganz bequem während des normalen Apothekenbetriebs. Der Termin hat unsere Abläufe nicht gestört und war recht unkompliziert. Es handelt sich hier um nichts, vor dem irgendjemand Angst haben müsste. Man kann wirklich auf das Rundum-Sorglos-Angebot von CGM und CGM LAUER vertrauen.

Redaktion: Welche Vorteile und Verbesserungen sehen Sie mit den neuen TI-Anwendungen kommen?

David Dohmann: Ich hoffe auf eine Vereinfachung der Rezeptabrechnung und eine Verbesserung der Kommunikation. Weitere Vorteile sehe ich in der Erhöhung der Patienteninteraktion durch die neuen Anwendungen und in der Patientensicherheit durch eine bessere Vernetzung mit den Ärzten. Alles in allem bestehen neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit: Dank der digitalen Anwendungen können Medikationsdaten in Verbindung mit dem eingesetzten Warenwirtschaftssystem zur optimalen Kundenberatung im Kontext der Arzneimitteltherapiesicherheit genutzt werden und so die Position der Apotheken vor Ort stärken.

Redaktion: Was würden Sie anderen Apothekern raten?

David Dohmann:

Werfen Sie unnötige Bedenken über Bord! Was da genau auf uns zukommt, ist schwer zu sagen, denn schlussendlich hat die Politik in den letzten Jahren einige Entscheidungen getroffen, die uns ein wenig Frust beschert und Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben. Dennoch müssen wir offen für Neues sein!

Die Telematikinfrastruktur sorgt nämlich nicht – wie oft befürchtet – nur für zusätzlichen Aufwand und Mehrarbeit. Ist erst alles installiert und einsatzbereit, sorgen die Anwendungen vor allem für Erleichterung in den Arbeitsabläufen und eine noch bessere Betreuung der Kunden. Langfristig wird die Telematikinfrastruktur etwas sein, das Zeit spart, Sicherheit schafft und uns hoffentlich das Leben leichter macht. Etwas, das uns Kunden besser beraten lässt und das, um davon profitieren zu können, eben im Vorfeld erst einmal ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt. Aber ich glaube, dass die Vorteile langfristig ganz klar überwiegen werden! Und es sind Vorteile für alle Beteiligten – Apotheker und Patienten.

Redaktion: Was entgegnen Sie Zauderern?

David Dohmann:

Ich kann jeden verstehen, der sagt: Jetzt kommt schon wieder was Neues. Ich sehe aber wie gesagt überwiegend Vorteile – vor allem im Vergleich zu manch anderen Neuerungen, die wir in den letzten Jahren über uns ergehen lassen mussten. Und bei denen der Vorteil für einen selbst nicht wirklich zu erkennen war, sondern in den Apotheken nur der Zeitaufwand zugenommen hat. Ich denke, von der Telematikinfrastruktur profitieren letztendlich alle – und insbesondere Apotheker: Wenn ein Kunde ein E-Rezept einlösen will, gibt es in Zukunft keinen schnelleren Weg, an die Medikamente zu kommen als bei mir. Wenn ein Kunde einen elektronischen Medikationsplan besprechen und aktualisieren möchte, geht das nur bei mir in der Vor-Ort- und nicht in der Online-Apotheke. Außerdem kann ich die auf der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegten Notfalldaten mit der Medikation abgleichen. So biete ich einen beraterischen Mehrwert, der meines Erachtens zu einer noch stärkeren Kundenbindung führen wird.

Redaktion: Wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch!

Auch Sie möchten sich an die Telematikinfrastruktur anschließen?

Dann nehmen Sie gerne jetzt Kontakt mit uns auf.