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Fernbehandlung in Baden-Württemberg

Telemedizin: Ausschließliche Fernbehandlung generell in Baden-Württemberg erlaubt

Angesichts der Bedeutung der Telemedizin in der Corona-Pandemie hat die Ärztekammer Baden-Württemberg ihren Kurs verändert. Erlaubt ist die ausschließliche Fernbehandlung nunmehr auch außerhalb genehmigter Pilotprojekte. Dazu zählt unter anderem die Videosprechstunde. Die dafür nötige Änderung in der Berufsordnung wird am 1. Juni in Kraft treten, kündigte Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller an. „Damit geht Baden-Württemberg im Einklang mit den anderen Landesärztekammern diesen Schritt zur weiteren Integration der Fernbehandlung in die tägliche Patientenversorgung.“

Die bisher gemachten Erfahrungen in den Modellprojekten ließen erkennen, dass die Telekonsultation von Patienten und von Ärzten „überwiegend sehr positiv angenommen wird“, heißt es in einer Mitteilung. Durch die kurzfristige Änderung der Berufsordnung habe die Kammer damit Rechtssicherheit für Ärzte geschaffen. Der neue Satzungstext entspreche dem der Vorlage des Deutschen Ärztetags. Miller zeigte sich überzeugt, die ausschließliche Fernbehandlung könne eine „sinnvolle Ergänzung“ sein und werde den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt nicht ersetzen.

Baden-Württemberg hatte im Sommer 2016 als erste Kammerregion die ausschließliche Fernbehandlung im Rahmen von Modellprojekten ermöglicht. Die Kammer verfolgte seither einen eher vorsichtigen Kurs. Im vergangenen Oktober noch sagte Miller der „Ärzte Zeitung“, die Kammer sehe sich in „keinem Standortwettbewerb um die ‚liberalsten‘ Rahmenbedingungen in der ausschließlichen Fernbehandlung“. Positive Rückmeldung erhielt die Kammer für ihren Schritt von der Techniker Kasse. Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, hofft, dass Ärzte angesichts der verbesserten Abrechnungsmöglichkeiten telemedizinische Behandlungen verstärkt einsetzen werden.