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Informationen zur EBM-Reform 2019/2020 von TURBOMED

Für Hausärzte und hausärztliche Internisten beginnt mit den neuen Regelungen zur Erbringung der Gesundheitsuntersuchung und zur Aufklärung über die Darmkrebsfrüherkennung nach Ziffer 01740 eine grundlegende Reform des EBM, die für Ende des Jahres 2019 zu erwarten ist.

Bereits im vergangenen Jahr beschloss der gemeinsame Bundesausschuss (g-ba), dass die Gesundheitsuntersuchung bei über 35-Jährigen mit erweitertem Leistungsinhalt nur noch alle drei und nicht mehr alle zwei Kalenderjahre durchgeführt werden darf. Zugleich ist der Umfang der Laboruntersuchung erweitert worden: zusätzlich zu den bislang bestimmten Parametern (Cholesterin, Nüchternplasmaglukose) wird das HDL und LDL und die Triglyzeride bestimmt, um anhand der gängigen Risikoscores (z. B. ARRIBA, Procam) gezielt Präventionsempfehlungen aussprechen zu können.

Eine Überprüfung des Impfstatus ist ebenfalls aufgenommen worden. Die 2. MMR-Impfung für alle nach 1970 Geborenen steht dabei sicher nicht nur aktuell im Fokus. Denn jeder 2. Masernerkrankte in Deutschland ist mittlerweile über 18 Jahre alt. Übrigens: Im langjährigen Mittel erkranken jedes Jahr zwischen 150 und 2.500 Menschen an Masern, im Schnitt stirbt in Deutschland jährlich ein Mensch an Masern. Im ersten Jahresdrittel sind bislang übrigens 314 Erkrankungsfälle aufgetreten – das ist langjähriger Durchschnitt.

Neu ist auch, dass alle Patienten einmalig bereits zwischen dem 18. und 35. Geburtstag Anspruch auf die Gesundheitsuntersuchung haben. Die Urinuntersuchung nach 32880 EBM entfällt hier. Ob bei dieser Untersuchung eine Blutentnahme notwendig ist, entscheidet die Praxis individuell anhand des Risikoprofils.

Bitte passen Sie Ihre selbstprogrammierten Recall-Regeln (und ggf. Live Check-Regeln) auf die neuen Altersgrenzen und Untersuchungsintervalle an!

Damit diese Änderungen auch in allen Praxen wirksam werden konnte, mussten die gebührenrechtlichen Anpassungen dieses g-ba-Beschlusses noch den Bewertungsausschuss passieren. Dies ist kurz vor Fristablauf am Freitag, den 29.03.2019, mit Wirksamwerden zum Montag, den 01.04.2019, erfolgt.

Ein Fakt, der für unsere PatientInnen und Praxen nicht gerade optimal war, denn mit dem 01.04.2019 verloren zunächst alle PatientInnen, die 2017 zuletzt die Gesundheitsuntersuchung wahrgenommen haben, ihre Berechtigung für 2019. Bereits vereinbarte Termine wurden abgesagt.

Aufgrund massiver Intervention der Ärzteschaft einigten sich dann aber am 09.04.2019 KBV und Kassen doch noch auf eine neue Übergangsfrist bis zum 30.09.2019.

Das heißt im Klartext: Wer 2017 seine letzte Gesundheitsuntersuchung hatte, muss diese bis zum 30.09.2019 absolviert haben oder dann doch bis 2020 warten.

Die zweite wichtige Änderung betrifft die Ziffer 01740 EBM. Sie darf seit Karfreitag, den 19.04.2019, bereits ab dem 50. und nicht mehr dem 55. Geburtstag erbracht werden. Neu ist eine Versicherteninformation des G-BA getrennt für Männer und Frauen, anhand derer beraten wird. Diese finden Sie unter https://www.g-ba.de:

Weiterhin wurde zum 01.04.2019 die Ziffer 32030 EBM (50 Cent) abgeschafft. Ersetzt wurde sie (ebenfalls zum 01.04.2019) durch die 32033 für die kurative Urinuntersuchung, die erstmals nun auch im selben Quartal neben der 32880 (Urinuntersuchung präventiv bei der GU) abgerechnet werden darf, wenn eine zweite Urinuntersuchung nötig ist. Bitte ändern Sie entsprechend vor der Abrechnung des 2. Quartals die relevanten Ziffern 32030 in 32033.

Bei diesen Änderungen soll es nicht bleiben. Der Bewertungsausschuss hat für dieses Jahr noch sehr viel weiterreichende EBM-Änderungen geplant. Die Reform ist so weitreichend, dass deren Veröffentlichung bereits zum 30.09.2019 mit Wirksamwerden zum 01.01.2020 geplant ist.

Hinweis: Diese Informationen wurden zusammengestellt von Dr. Wolfgang Schneider-Rathert, Arbeitskreissprecher Impfen in der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin

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