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29. September 2011, Koblenz

Versorgungsstrukturen: Noch immer keine Lösung?

Umfrage: Die meisten deutschen Ärzte halten das neue Gesetz für fragwürdig

Koblenz, 29. September 2011: Nach langen Diskussionen hat das Bundeskabinett im August den Entwurf des Versorgungsstrukturgesetzes beschlossen, das die ärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten verbessern soll. Deutschlands Mediziner sehen den Gesetzesentwurf jedoch skeptisch: Jeder zweite (49,5 Prozent) bezweifelt, dass es dem gefürchteten Ärztemangel entgegenwirkt. Acht von zehn Ärzten (81,6 Prozent) versprechen sich von der neuen Regelung keinerlei Vorteile. So das Ergebnis des aktuellen CGMGesundheitsMONITORs.

Eine ‚wohnortnahe medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger, auch in ländlichen, unterversorgten Gebieten’ – das sind Schlagworte, die die Gesundheitspolitik in letzter Zeit dominieren. Wurde eine entsprechende Gesetzesvorlage schon unter Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler heiß diskutiert, so hat sein Nachfolger Daniel Bahr das umstrittene Vorhaben vergangenen Monat im Kabinett beschlossen. Doch obwohl das Versorgungsstrukturgesetz Medizinern helfen soll, bleibt der erhoffte Jubel seitens der Ärzteschaft aus.

Ärzte von Gesetzesentwurf nicht überzeugt
Wie kann die ambulante ärztliche Versorgung bundesweit sichergestellt werden? Der Beschluss sieht ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, um mehr Ärzte aufs Land zu locken: Anreize im bislang starren Vergütungssystem, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und flexiblere Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Krankenhausärzten und niedergelassenen Medizinern. Doch trotz der viel versprechenden Formulierungen des Gesetzestextes erwarten nur wenige deutsche Ärzte konkrete Vorteile für ihren Praxisalltag. Immerhin erhofft sich gut jeder zehnte Arzt (11,4 Prozent) die viel propagierte bessere Patientenversorgung. Mit einer Stärkung des Arztberufs rechnen lediglich 4,1 Prozent, und auf weniger Bürokratie setzen verschwindende 2,7 Prozent. Jeder achte Arzt (81,6 Prozent) verspricht sich vom Gesetz keinen Nutzen in diesen Punkten.

Ärztemangel trotz Geldspritzen?
Insbesondere das Vorhaben, Ärzte mit monetären Versprechungen aufs Land zu holen, hat heftige politische Kontroversen ausgelöst. So hatte zum Beispiel Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgeworfen, dass unkalkulierbare Mehrkosten entstünden. Auch die deutschen Ärzte sind sich uneinig, ob Geld ein sinnvoller Köder ist, um Mediziner für die Arbeit auf dem Land zu motivieren. Die eine Hälfte (50,7 Prozent) begrüßt diesen Ansatz, die andere (48,9 Prozent) ist der gegenteiligen Auffassung.

Jeder zweite Mediziner (49,5 Prozent) geht davon aus, dass das Versorgungsstrukturgesetz trotz Lockangeboten dem drohenden Ärztemangel nicht entgegenwirken wird und lehnt den Gesetzesentwurf ab. Nur jeder zehnte Arzt (10,5 Prozent) findet die Neuregelungen gut und glaubt, dass sich damit die medizinische Versorgung in allen Regionen Deutschlands gewährleisten lässt. Ein Drittel der Befragten (36,1 Prozent) hat sich noch keine abschließende Meinung gebildet.

Rösler oder Bahr macht keinen Unterschied
Der Entwurf zum Versorgungsstrukturgesetz ist das erste große Gesetzeswerk von Daniel Bahr. Doch scheint es die deutschen Ärzte wenig zu beeindrucken, mit welch großen Worten sich der junge Rösler-Nachfolger dafür eingesetzt hat: Nur jeder zehnte Mediziner (10,7 Prozent) fand ihn überzeugend. Fast ein Drittel (31,4 Prozent) vertritt die Ansicht, dass Daniel Bahr bei dem Gesetzesvorhaben keine gute Figur abgegeben hat. Die Hälfte der Befragten (49,5 Prozent) sieht im Auftritt von Bahr keinen Unterschied zu seinen Vorgängern.

Der CGM GesundheitsMONITOR:
Der CGM GesundheitsMONITOR ist eine gemeinsame Initiative der CompuGroup Medical, der Medical Tribune sowie der Rhein-Zeitung. Monatlich werden repräsentative Umfragen unter 440 Allgemeinmedizinern, Internisten, Gynäkologen und Pädiatern zu aktuellen Fragestellungen im Gesundheitssystem durchgeführt. Grafiken zum Download und kostenlosem Abdruck, Veröffentlichung sowie Informationen zur repräsentativen Umfrage finden Sieunter www.cgm-gesundheitsmonitor.de

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