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ELGA für Patienten

Was ist eigentlich ELGA?

ELGA ist die Abkürzung für „elektronische Gesundheitsakte“. Bei ELGA handelt es sich um ein Informationssystem, das PatientInnen und deren dazu berechtigten Gesundheitsdiensteanbietern (also ÄrztInnen, Spitalsangestellten, MitarbeiterInnen in Pflegeeinrichtungen und Apotheken) den Zugang zu persönlichen Gesundheitsdaten erleichtert. Dazu gehören die ELGA-Gesundheitsdaten "e-Befunde" und "e-Medikation", deren Bereitstellung auch "ELGA-Funktionen" genannt wird.

ELGA vernetzt zukünftig nur jene Daten, die bereits heute verteilt bei Gesundheitsdiensteanbietern vorhanden sind. Dabei wird ELGA diese Daten über eine Verlinkung („Verweis“) elektronisch zur Verfügung stellen. Das ELGA-Zugangsportal www.gesundheit.gv.at steht seit Jahresbeginn 2014 zur Verfügung. Von 2015 bis 2017 werden dann schrittweise Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, niedergelassene ÄrztInnen sowie Apotheken die von ihnen erstellten ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen und abrufen können.

Was bringt ELGA eigentlich den PatientInnen?

ELGA erleichtert allen österreichischen Patienten in Zukunft den Umgang mit Ihren Gesundheitsdaten. Mit ELGA können BürgerInnen und deren behandelnde ÄrztIn zeit- und ortsunabhängig auf Patientenbefunde zugreifen – hochsicher und unkompliziert. Das übergeordnete Ziel ist die Optimierung der medizinischen Behandlung und Betreuung durch einen verbesserten (digitalen) Informationsfluss. Die dadurch erzielbaren Vorteile werden insbesondere dann erheblich, wenn mehrere Gesundheitseinrichtungen zusammenarbeiten.

In Zukunft werden Sie als PatientIn über das ELGA-Portal Ihre eigenen Befunde und Ihre persönliche Medikamentenübersicht über einen sicheren Internetzugang zeit- und ortsunabhängig aufrufen, ausdrucken und/oder speichern können. Die Vernetzung der ELGA-Gesundheitsdaten führt zu einem besseren Informationsfluss zwischen den Gesundheitsdiensteanbietern – zu Ihrem persönlichen Nutzen. Denn mit ELGA ersparen Sie sich vermeidbare Mehrfachuntersuchungen und die damit verbundenen Belastungen, Wartezeiten und Wege. Ein weiterer Vorteil für PatientInnen ist, dass sie sich besser über den eigenen Gesundheitszustand informieren können und somit in der Lage sind, informierte Entscheidungen zu treffen.

Insgesamt entstehen durch die digitale Vernetzung hohe finanzielle Einsparungspotenziale im Sinne aller Bürger. Denn unser Gesundheitssystem wird durch Steuergelder finanziert – und Steuerzahler haben hohes Interesse darauf, modernste und hochsichere Technologie zur Nutzung von Einsparungspotenzialen einzusetzen.

Patientenrechte und Datenschutz

Entgegen der weithin verbreiteten Angstmache werden mit ELGA die Patientenautonomie und die Patientenrechte gestärkt, vor allem das Recht auf Einsicht in die eigenen Gesundheitsdaten im Sinne der Patientencharta.

Gesundheitsdaten sind hoch sensible Daten, ihrem Schutz wird daher durch technische Maßnahmen und gesetzliche Vorschriften höchste Priorität eingeräumt. Für den Abruf der ELGA-Gesundheitsdaten werden höchste Sicherheitsstandards angewendet. Es wird technisch abgesichert, dass nur ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter während eines aufrechten Behandlungsverhältnisses auf die Daten einer Patientin oder eines Patienten zugreifen können. Keinen Zugriff auf ELGA-Gesundheitsdaten haben ÄrztInnen, die für staatliche Einrichtungen, z.B. Behörden, oder Versicherungen tätig sind, ebenso wenig wie ein betriebsärztlicher Dienst. Bei missbräuchlicher Verwendung von ELGA-Gesundheitsdaten drohen hohe Strafen.

Wie funktioniert die ELGA-Teilnahme?

ELGA steht als moderne und sichere Infrastruktur allen BürgerInnen und allen, die im österreichischen Gesundheitssystem versorgt werden, zur Verfügung. Über das ELGA-Portal auf www.gesundheit.gv.at können Sie mittels gültiger Bürgerkarte oder Handysignatur gesichert einsteigen.

Derzeit besteht nur die Möglichkeit, über die ELGA-Teilnahme zu entscheiden. Ab Herbst 2014 werden die ELGA-Funktionen "e-Befunde" und in der Folge "e-Medikation" für die Bürgerinnen und Bürger selbst sowie Ihre behandelnden und betreuenden Gesundheitsdiensteanbieter nutzbar. Wer an ELGA nicht teilnehmen möchte, kann elektronisch oder schriftlich einen gänzlichen oder teilweisen Widerspruch ("Opt out") bekannt geben. Um einen Widerspruch oder einen Widerruf eines Widerspruchs elektronisch über das ELGA-Portal abzugeben, ist es erforderlich, sich auf www.gesundheit.gv.at einzuloggen. Dafür benötigen Sie eine Bürgerkarte bzw. ein bürgerkartentaugliches Mobiltelefon (Handy-Signatur). Ihr Widerspruch muss elektronisch signiert werden und wird Ihnen umgehend bestätigt.

Dabei bedacht werden sollte insbesondere: ELGA bietet den Eigentümern der Gesundheitsdaten – den PatientInnen – erstmals die Möglichkeit, Zugriffe auf ihre Daten zu kontrollieren und einzuschränken. Bislang musste man den behandelnden Personen blind vertrauen und war gegen vermeintlichen Datenmissbrauch nicht geschützt. Zukünftig weiß man, wer aller Einblick auf die höchst persönlichen Informationen nimmt. Aus objektiver Sicht ist dies ein Meilenstein im Datenschutz von Patientendaten!

ELGA-Portal

wwww.gesundheit.gv.at